Regenbogen Berge in Peru: Ein Tour-Review

Die Regenbogen Berge liegen in den südperuanischen Anden auf 5.200 Metern. Die Wanderung dorthin ist atemberaubend, nicht nur wegen der spektakulären Landschaften, sondern auch wegen der dünnen Höhenluft. Jeder Schritt kostet Kraft, doch dieses Naturschauspiel lohnt sich!

 

Plötzlich waren sie da, die „bunten Berge“

Die Regenbogen Berge, auch bekannt als „Rainbow Mountains“, scheinen inzwischen so beliebt wie Machu Picchu. Wie Pilze sind die Regenbogen Berge vor rund zwei Jahren aus dem Boden geschossen. Für meinen diesjährigen Cusco-Besuch stand eine Tour zu den bunten Bergen beim Nevado Ausangate ganz oben auf dem To-Do-Zettelchen.

 

Regenbogen Berge in Peru

Die Regenbogen Berge in Peru muss man gesehen haben

 

Ein eiserner Wille ist gefragt

Doch die Tour hat es in sich: Ziel der Wanderung sind natürlich die Regenbogen Berge, die auf 5.200 Metern liegen. Das spürt man in der Lunge und in den Beinen! Gut, dass ich schon seit Wochen in den Anden herum tigere, der Aufstieg sollte hoffentlich ohne Herzrasen möglich sein. Die Standard-Gruppen-Touren starten in Cusco bereits um 03:00 Uhr nachts (genau dann, wenn andere Reisende in den Nachtclubs noch zu Salsa-Klängen ihre Hüften schwingen ;)). Wirklich eine Alternative gibt es nicht, denn auch auf eigene Faust sind die Rainbow Mountains fast unerreichbar.

 

Exklusive Tour zu den Regenbogen Bergen

Aber ich habe Glück gehabt, denn ich darf die exklusive Tour vom Reiseveranstalter Fairaway testen. Fairaway ist eine Reiseagentur mit der du deine Reise direkt mit lokalen Agenturen in Peru zusammenstellen kannst. Dadurch ist eine Rundreise nicht nur günstiger, sondern ganz nach deinem Belieben maßgeschneidert. Es spricht einiges dafür, ein paar mehr Euro für diese Tour auszugeben und dafür ein echtes Reiseerlebnis geboten zu bekommen. Warum ich so denke? Vielleicht schaust du dir mal dieses Video an:

Erster Stopp: Webergemeinschaft

Mit Fairaway wurde ich morgens um 5 Uhr eingesackt. Immer noch früh, aber besser als um 3 Uhr oder? Mit dabei ist mein amigo Alex, der den Tag für meinen Blog filmen wird und unser Guide Ketmar. Die frühen Morgenstunden vergehen unglaublich schnell, denn Alex redet wie ein Wasserfall. Ohne Alex könnte man die Fahrzeit aber auch für ein Nickerchen nutzen ;) Gegen 7:30 Uhr kommen wir in der Andengemeinde Chari in Checacupe an, wo wir von den übers Gesicht strahlenden Weberfrauen der Gemeinschaft „Pallay Lliqlla“ empfangen werden. Das Gras am Boden ist gefroren und ich bin froh, besonders warm eingepackt zu sein. Es ist eisig kalt! Wir nehmen in der Küche Platz und verköstigen ein typisches Andenfrühstück.

 

Alex, der gekünsteltes Quechua spricht, scherzt mit den Señoras und will wissen, ob sie nicht zufällig eine Tochter für ihn übrig haben, er sucht noch eine Frau, die er heiraten kann. Er meint, sie solle möglichst 30 Jahre alt sein. Auf die Reaktion einer Weberin „Was, du willst 30 Frauen?“ geraten alle Anwesenden mächtig ins Lachen. Ich bin froh, dass Alex mit dabei ist, denn er weiß, wie er die Meute unterhält.

 

 

Mit gefüllten und aufgewärmten Magen erklären uns im Anschluss die Weberinnen, wie sie die traditionsreichen Textilien herstellen. Schritt für Schritt – vom Scheren, Spinnen, Waschen und Färben der Wolle – bekommen wir alles erklärt. Obwohl die Mützen, Taschen, Handschuhe und Decken alle kunterbunt sind, sind tatsächlich nur Naturfarben im Spiel. Für die Farbe Rot opfert sich bereits seit Jahrhunderten die „Cochinilla“. Dabei handelt es sich um ein kleines Insekt, das an Kakteen zu finden ist. Zerquetscht und mit Limettensaft gemischt, bringt es die verschiedensten Rottöne hervor.

 

 

Am spannendsten stellt sich das Flechten der Textilien heraus. Eine äußerst präzise Handarbeit, die von den Weberinnen in Windeseile durchgeführt wird. Als ich mich dann auch mal probieren darf, bin ich mächtig verwirrt. Das ist eine heikle Fingerarbeit, die viel Geduld erfordert. Die Señoras geben den Ton an: „Den gelben Faden hochziehen, den blauen Faden runternehmen, den grünen Faden nach oben, nein falsch, der andere grüne Faden ist gemeint, und das alles in der gefühlten Endlosschleife, bis dann endlich eine Reihe vom Tischläufer geschafft ist. Würde ich auf die Tour zu den Regenbogen Bergen verzichten und mich dieser Wissenschaft widmen – würde ich vermutlich in zwei Jahren noch hier sitzen. Dass die von Hand hergestellten Textilien ihren Preis haben, kann ich an dieser Stelle nur zu gut verstehen.

 

Zum Abschied stöbere ich noch über den kleinen Tisch-Basar, wo ich mir zwei Wolltäschchen kaufe (kann man immer gebrauchen!) und verabschiede mich dann von den Weberinnen. Fairaway hat sich auch eine kleine Überraschung einfallen lassen und so bekomme ich noch einen hübsch gestrickten Beutel geschenkt, mit dem ich ab sofort meine Wasserflasche durch die Gegend tragen kann. Praktisch ;)

 

 

Wanderung zu den Regenbogen Berge in Peru

Gegen 9 Uhr fahren wir schließlich weiter zum Ausgangspunkt unserer Wanderung. Der Weg schlängelt sich durch ein einmaliges Andenpanorama, die Vorfreude auf die bunten Berge steigt von Minute zu Minute. Am Parkplatz kaufe ich mir noch schnell ein paar Handschuhe, ich habe die eisige Kälte zu dieser Jahreszeit wirklich unterschätzt. Auf unserer zweistündigen Wanderung müssen zwei steile Anstiege überwunden werden, jeder Schritt kostet Kraft und je weiter wir aufsteigen, desto unfreundlicher peitscht uns der kalte Wind um die Ohren. Die atemberaubende Landschaft in diesen Gefilden entschädigt jedoch für die Anstrengungen in der Höhe. Wer möchte, kann sich für den Aufstieg auch ein Pferd mieten.

 

Zu meinem Erstaunen sind die meisten Wanderer schon auf dem Rückweg. Unser Guide Ketmar meint, dass wir mit großer Wahrscheinlichkeit die Massen hinter uns gelassen haben, wenn wir erstmal oben angekommen sind. Und es stimmt, als ich mich die letzten Meter zum Aussichtspunkt hochschiebe, kommen uns die letzten Standard-Tour-Besucher entgegen. Und dann haben wir die bunten Berge quasi für uns alleine. Schlangen von Touristen vor denen ich gewarnt wurde? Fehlanzeige. Fairaway geht mit dieser Tour den Massen geschickt aus dem Weg.

 

Regenbogen Berge in Peru

Alex und ich :)

 

Regenbogen Berge: Ein 360 Grad Blick

Der 360 Grad Rund-um-Blick auf die malerischen Regenbogen Berge und den schneebedeckten Ausangate lassen mich sprachlos. Wie mir Ketmar erklärt, sind die Farbtöne der Berge vor Millionen von Jahren durch die Ablagerung von Mineralien entstanden, die durch eine kontinuierliche Plattentektonik an die Oberfläche gedrückt wurden. In der Sonne schimmern die parallel zueinander verlaufenden Rot-, Grün- und Orange-Töne besonders schön.

 

Regenbogen Berge in Peru

Schneebedeckte Berge wohin das Auge blickt!


Die Regenbogen Berge in Peru

Angekommen bei den Regenbogen Bergen :)


Regenbogen Berge in Peru

Was für eine beeindruckende Landschaft!


Regenbogen Berge in Peru

Glücklich in den Bergen Südamerikas!

DER PERU REISEFÜHRER

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9 Kommentare
  • Nord-Peru-Reisen

    29. Juni 2017 at 14:47 Antworten

    Liebe Nora,

    Mal wieder ein super spannender und klasse geschriebener Artikel ! Bestimmt ist eine Tour mit Fairaway viel interessanter als mit einer der grossen Kompagnien. Auf jedenfall ist die Webaktivität eine tolle Sache, die auch den Frauen des Dorfes ein Einkommen ermöglicht.

    Herzliche Grüsse aus Chachapoyas,
    Martina

  • visionskraft

    9. Juli 2017 at 13:55 Antworten

    Liebe Nora,
    wow, das ist ja der Hammer!! Ich bin total begeistert von deiner Seite, weil ich Peru liebe und unbedingt mal dort hin will. Ich bin schon super gespannt was ich bei dir noch alles entdecke. Bitte ganz viele Fotos ich möchte alles sehen. ! (-; Liebe Grüße

  • Katrin

    12. August 2017 at 16:28 Antworten

    Hi Nora,

    wann warst du denn dort als es so kalt war? Oder ist es in den Rainbow Mountains immer so eisig?

    Liebe Grüße
    Katrin

    • Nora

      22. August 2017 at 13:08 Antworten

      Liebe Katrin,
      Ich war im Juni dort, das ist auch die kälteste Jahreszeit. Aber aufgrund der Höhe wird es ganzjährig recht kalt dort oben sein. Also warme Sachen, am besten Schichtkleidung, sollte man immer dabei haben :)
      Ich wünsche dir ganz viel Freude in Peru :)
      Nora

  • Karin

    21. August 2017 at 13:00 Antworten

    Hallo Nora,

    weil Du hier in diesem Block vom Wetter sprichst und geschrieben hast, dass Du Dir Handschuhe gekauft hast. Zu welcher Zeit bzw. in welchem Monat warst Du dort? Ich reise dieses Jahr im Dezember. Welche Klamotten brauche ich? Kann es auch im Dezember richtig kalt werden?

    Vielen Dank,
    Karin

  • Linda

    22. Januar 2018 at 17:11 Antworten

    Hallo Nora,

    ist es auch möglich nur diese Tour mit Fairaway zu buchen? Oder kannst du einen anderen Veranstalter empfehlen, der erst zu „späterer“Stunde aufbricht und somit die Touristenmassen umgeht?

    • Stewiontour

      10. März 2018 at 21:33 Antworten

      Hallo Linda.
      Vielleicht kann ich dir diese Frage beantworten, da ich bei Fairaway wegen dieser Tour auch mal angefragt habe. Sie hat mich dann an die Partneragentur in Peru verwiesen über welche sie die Regenbogentour buchen. Das wäre die Mailadresse reservas@cbctupay.com

  • Jana

    6. Februar 2018 at 22:13 Antworten

    Hallo Nora,
    Vielen Dank für Deine großartigen Berichte 👍
    Ich bin fasziniert von diesen Rainbow Mountens .
    Ich werde im März nach Peru reisen und bin jetzt schon aufgeregt.
    Deine Fotos sind spitze .
    Viele Grüße und immer eine schöne Zeit.
    Jana

  • Rainer

    16. Mai 2019 at 14:28 Antworten

    Hallo,

    ich komme gerade aus Peru (April 2019), und war natürlich auch auf dem „Winicura (Vinicura – Rainbow Mountain).
    Es gibt zwei Routen um es gut (sehr gut) auch ohne teure Agentur und Guide zu erwandern.
    Die meisten mittlerweile „Tausende Touristen“ die von Cusco mit einer Agentur anreisen, kommen über Cusipata und dem Red Valley, dies ist auch der weitaus kürzere und nicht ganz so anstrengender Weg zum Gipfel.
    Ich fuhr mit meinem Leihwagen (Polo)von Checacupe eine ca 40 km unberührte, ungeteerte Straße durch 2 kleine Dörfer in Richtung Nevado Auzangate bis zum beschilderten Abzweig links die Serpentinstraße durch eine herrliche Landschaft bis zum Parkplatz des Eingang „Winicura“.
    Dort angekommen wunderte ich mich das ich der Einzige hier, da ich bisher dachte, dies die einzige Anfahrt und Zugang zum Rainbow Mountain sei.

    Egal, ich trank an dem Inka-Imbiss noch einen Colca Tee, machte ein Foto vom dem Eingangsschild „Winicura“ und machte mich auf dem Weg, vorbei an Einheimische mit ihren Mietpferden, weiter oben an Alpakas -und Lamaherden.
    Was mich allerdings schon kurz darauf störte waren die zwei riesigen Bagger links im Berg, die ganz offensichtlich eine neue Straße ganz nah dran zum neuen Tourismus-ziel „Rainbow Mountain“ gruben.
    Der Weg wurde immer anstrengender, da die Luft dünner und das Ziel lange nicht zu sehen war. Nach gut einer Stunde konnte man erahnen das da oben der Gipfel des Winicura sein müsste.
    Das Wetter war herrlich, blauer Himmel, weiße Wolken und rechts konnte man immer den schneebedeckten Auzangate erkennen, herrlich.
    Mittlerweile gesellten sich ein Inkamädchen (12)mit Gepäck, ihr kleiner Bruder(6) und ein junges Alpakar zu mir, die scheinbar mühelos, leicht und locker daher kamen und mich einholten. Auch mein kleines Geschenk (Luftballon)blies der Junge während des gehen ständig auf und hatte Spass dabei.
    Eine weitere Stunde später erkannte ich weit oben am Horizont aufgereiht lauter „kleine Bäume?“, und als ich näher kam musste ich feststellen das es sich nicht um kleine Bäume, sondern um Menschen handelte die bereits offensichtlich auf dem Gipfel des Rainbow Mountain waren. Heute weis ich das diese über die andere leichtere Route von Cusco kamen.
    Endlich oben am Gipfel angekommen, war ich entsetzt, wie viele „Hunderte“ (gefühlte Tausende) Touristen sich auf dem Berg befanden, und es war tatsächlich unmöglich ein Selfie oder Foto des herrlichen Rainbow, ohne einen Touristen, zu machen.
    Es war fast wie auf einem Rummelplatz, da auch überall Einheimische in Traditions-Kleidung mit einem Alpaka oder Lama für ein paar Soles bereit waren sich ablichten zu lassen. Hinzu kommen Einheimische die ihre Kochnische hatten, Suppe und gekochtes Fleisch, Tee und andere Getränke verkauften, hierbei traf ich auch wieder meine zwei Begleiter, wobei der Junge mich freudig begrüßte und noch mehr „Geschenke“ wollte.
    Ok, ich hatte Zeit und war unabhängig und konnte die Zeit abwarten bis die meisten Touristen weg und es etwas ruhiger, und man endlich die Aussicht und etwas mehr Ruhe auf dem Berg genießen konnte.
    Ich möchte mir jetzt erst gar nicht vorstellen wenn die Bagger mit ihrer Straße fertig sind, wie dieser wirklich herrliche Blick zum „Rainbow Mountain“ Winicura ohne große Anstrengung und Mühe in dieser herrlichen Landschaft vom Massentourismus überrannt wird, schade, wirklich schade und etwas traurig.

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