Mit der Eisenbahn über 4.781 Metern: Eine Bahnfahrt im Ferrocarril Central Andino von Lima nach Huancayo

Mit dem Zug durch die Anden: Klingt das nicht nach einem nostalgischen Reiseerlebnis? Oh ja. Das erste Mal hörte ich von der peruanischen Zentraleisenbahn in einem Beitrag auf ARTE. Die Bilder sprachen für sich, das Fernweh auch. Später schwärmte Anja, eine treue Leserin, von ihren Eindrücken auf der Zugfahrt von Lima nach Huancayo. Ich wollte nun auch unbedingt mit diesem Zug durch die Zentralanden fahren, eine Fahrt, die nur sehr wenige Reisende im Jahr unternehmen und die dennoch ihresgleichen sucht.

 

Fakten über eine Bahnfahrt im Ferrocarril Central Andino

 

Strecke: Lima bis Huancayo

Abfahrten: Von April bis November (2 x wöchentlich)

Bahnhof in Lima: Desamparados, einen Block vom zentralen Hauptplatz entfernt

Fahrzeit: 10 Stunden aber meistens mit einer Verspätung, da die Eisenbahn unterwegs Güterzüge vorbeilässt.

Höchster Bahnhof: La Galera auf 4.781 Metern

Kosten: 750 Soles (ca. 200 Euro) für die Touristenklasse (inkl. Tanzshow, Frühstück, Mittagessen und einem kleinen Pisco Sour) Die Fahrt von Huancayo nach Lima kostet lediglich 520 Soles (ca. 140 Euro).

Wo kann man Ticket buchen?: Über die Internetseite von Ferrocarril Central Andino S. A. (FCCA) oder über eine lokale Reiseagentur

Was ist zu beachten: Aufgrund der Andenüberwindung leiden viele Passagiere unter der Höhenkrankheit. Im Zug reist auch immer eine Krankenschwester, die bei Problemen behilflich ist. Es hilft, wenn man bereits im Vorfeld leichte Kost zu sich nimmt, während der Fahrt viel Wasser und Kokatee trinkt sowie möglichst auf viel Alkohol verzichtet.

 

Blick von der Freiluftterrasse

 

Reiseroute durch Zentralperu

Du planst eine Reise durch die Zentralanden? In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen von meiner Reise durch Zentralperu (Reiseroute: Lima – Huancayo – Huancavelica – Ayacucho – Andahuaylas – Cusco).

 

Bahnfahren in den Anden

Die touristische Eisenbahn verkehrt auf einem 591 Kilometer langen Schienennetz mit den Endpunkten in Cerro de Pasco, Huancayo, La Oroya und Callao (Lima). Konstruiert wurde das Bahnnetz vom polnischen Ingenieur Ernest Malinowski.

 

Die Strecke von Lima nach Huancayo beträgt 332 Kilometer und benötigt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h zwischen 10 und 14 Stunden. Aufgrund der vielen Güterzüge, die hauptsächlich Erze aus umliegenden Mienen transportieren, kommt es häufig zu Verspätungen. Die Streckenführung, die über 7 Spitzkehren, 60 Brücken und 66 Tunnel führt, ist aber sehr imposant.

 

Imposante Berglandschaften

 

Buchung und Kosten

Gebucht habe ich die Fahrt mit dem Ferrocarril Central Andino knapp zwei Monate im Voraus. Auf der Internetseite der Bahngesellschaft scheint es so, als würde es dieses Jahr 2018 nicht viele Abfahrten geben. Man sollte sich mit der Buchung also ranhalten. Ich habe mein Ticket direkt online gebucht und mit Visa bezahlt. Leider ist das etwas kompliziert, da die Internetseite aus dem letzten Jahrhundert stammt. Wem das zu heikel ist, der wendet sich besser an eine lokale Reiseagentur, die bei der Buchung hilft.

 

Generell ist Bahnfahren in Peru kein günstiges Reisevergnügen im Vergleich zu den super bequemen Luxus-Bussen, die über Perus Straßen rollen und die nur einen Bruchteil vom Zugpreis kosten. Die Busgesellschaft Oltursa beispielsweise erreicht Huancayo von Lima aus in 8 Stunden und verlangt gerade einmal zwischen 60 und 100 Soles, je nachdem für welchen Liegekomfort man sich entscheidet.

Aber … Zugfahren ist eben etwas einzigartiges und der Touristenzug auf der Bahnstrecke von Lima nach Huancayo verfügt über eine Freiluftterrasse, die das Genießen und Fotografieren der Andenlandschaften zum Vorteil hat. Spektakulär ist natürlich die Passüberquerung beim Bahnhof La Galera auf 4.781 Metern. Bis 2005 war dieser Bahnhof der höchstgelegene der Welt, mittlerweile befindet sich dieser aber in Tibet. Dafür bleibt es der höchste in Südamerika ;)

 

Ein wahres Reiseerlebnis

 

Zugfahrt von Huancayo nach Lima: An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass der Fahrpreis mit 520 Soles (ca. 140 Euro) deutlich günstiger ist, wenn man von Huancayo nach Lima fährt. 

 

Fahrt im Ferrocarril Central Andino

Die Eisenbahn fährt in Lima vom historischen Bahnhof Desamparados ab. Dieser befindet sich eine Fußgängerzone vom Hauptplatz im Zentrum entfernt. Es lohnt sich also vor Reiseantritt direkt im Zentrum zu übernachten, ansonsten sollte man von Miraflores oder Barranco eine Taxifahrt von rund 30 Minuten einplanen.

 

Feierlich verabschiedet wird der Zug von einem Blasorchester gegen 07 Uhr morgens, dann rollt der Zug endlich los. Zunächst bahnt sich die Eisenbahn durch zahlreiche Stadtviertel Limas bevor es allmählich hinauf in die Anden geht. Bei meiner Fahrt hatten wir sehr schönes Wetter, die Ausblicke über die Täler der Anden, auf die spitzen Berge und über Alpaka-Herden waren ergreifend.

 

 

Dennoch zog sich die Fahrtzeit ins Unermessliche. Zehn Stunden in einem Zug verbringen, ist schon eine lange Zeit. Da wir unterwegs immer wieder stillstanden, wurde mir schnell klar, dass locker mit einer Verspätung von mindestens zwei Stunden zu rechnen ist, am Ende waren es vier Stunden. Zum Glück hatte ich meine Übernachtung in einem AirBnB in Huancayo bereits organisiert (Erhalte 30 Euro Reiseguthaben auf deine erste Buchung bei AirBnB). Andere Reisenden mussten nach Ankunft spät am Abend erst noch nach einer Bleibe suchen. Auch bei Ankunft in Huancayo wurden wir mit einem Orchester und einer Tanzaufführung begrüßt.

 

Mehr Informationen zur legendären Eisenbahn findest du auf dieser Seite: http://www.markusworldwide.ch/Railways/Peru/FerrocarrilCentralAndinoIndex.htm

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