Mein Tipp für Arequipa: Streifzug über den exotischen Markt San Camilo

Dies ist ein Gastartikel von Roman Knorr aus Reichenau.

 

Der Markt San Camilo in Arequipa

Die Altstadt Arequipas im Süden Perus, auf knapp 2.400 Metern gelegen, ist in Form eines Rasters angelegt. In Mitten dieses quadratischen Wirrwarrs voll von Menschen, Händlern, Touristen, Taxis, Jeeps und Polizisten, findet sich eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten für den Besucher und eine der wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner der Stadt: der Mercado San Camilo. Sechs Blocks von der Plaza de Armas in Richtung Südosten entfernt, zwischen der Calle San Camilo, der Calle Perú, der Calle Alto de la Luna und der Calle Nicolás de Piérola, liegt das große Gebäude, das selbst wiederum in verschiedene Bereiche unterteilt ist.

 

 

Ein Markt mit Geschichte

Der Mercado feierte 2011 sein 130-jähriges Bestehen: Am 06.01.1881 öffnete er seine Tore. Erbaut wurde er auf dem Teil des Geländes des Klosters San Camilo, das durch ein Erdbeben im Jahr 1868 verwüstet worden war. 1938 erhielt er dann seine heutige Infrastruktur – so wurde das Dach des Marktes von Gustave Eiffel entworfen. 1987 wurde er zum Kulturerbe des Landes erklärt.

 

Aber von Beginn an!

Mit dem Betreten des Marktes ändert sich für den europäischen Besucher einiges: Eben noch der sengenden Sonne Arequipas ausgesetzt, empfängt ihn eine angenehme, abgedunkelte Kühle, erfüllt von einem Stimmengewirr, Händlerrufen und unterschiedlichster, aber stets lauter Musik.

 

 

Umgab ihn eben noch der Geruch von Abgasen der umtriebigen Großstadt, so steigen ihm nun die Gerüche von Kräutern, Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse in die Nase. Scheinbar wahllos scheinen die Stände aufgebaut zu sein, was jedoch täuscht: Es finden sich 32 streng voneinander getrennte Bereiche – u.a. für Fisch, Fleisch, Brot, Gemüse, Obst, Fruchtsäfte, Kräuter, Kleidung, Hüte, Blumen, Hexerei und Hunde- und Katzenfutter. Insgesamt 1.254 Marktstände!

 

 

Bei meinen bisherigen Besuchen hat es sich gelohnt, einfach durch die Gänge zu schlendern, rechts und links zu schauen, nachzufragen, wenn man Teile von Tieren oder Obst- und Gemüsesorten nicht zuordnen kann, die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Den Schreien der vom wohl Jahr(zehnt)e langen Schleppen nunmehr gebückt laufenden Warenträger, man solle den Weg frei machen (und natürlich das sofort), sollte man der eigenen Gesundheit zum Wohle allerdings unmittelbar Folge leisten …

 

 

In der Fleischabteilung finden sich alle Teile verschiedenster Tiere – von der Kuh über das Hühnchen bis zum Alpaca, von den „üblichen“ Muskeln über Herzen, Leber, Zunge bis hin zu Dünndarm, Magen, Gehirn, Hoden und Penis.

 

 

All das kann gegessen werden und wird es auch. Beeindruckend die scheinbare Leichtigkeit, mit der die Verkäuferinnen – die dem Gringo gegenüber mitunter etwas distanzlos auftreten – auf Wunsch der einkaufenden Arequipeña zwei Meter Dünndarm vom anhängenden Fettgewebe mit geschickten Schnitten befreien und dabei nicht den Darm selbst öffnen. Als Arzt fühlte ich mich beim Anblick der einzelnen Organe an meinen Präparierkurs zu Beginn meines Studiums erinnert. Der Umgang mit dem Fleisch ist pragmatisch und unmittelbar: hier wird über die angelieferten, eben abgeladenen und noch in Säcke verpackten Waren gestiegen, dort werden die noch die „befellten“ Köpfe der Schafe zur Seite geräumt und auf dem Boden bildet sich ein Rinnsal Blut, das mit den weißen Kacheln der Stände und des Bodens kontrastiert. Die Obstabteilung wiederum beeindruckt durch die schiere Menge an Früchten in allen Farben, die rechts und links der Gänge auf einer Art Treppe angeordnet sind. Es verlangt ein nicht unerhebliches Maß an Akrobatik von den Verkäuferinnen, wenn in die hintere Reihe gegriffen werden soll. Nach den olfaktorischen Eindrücken der Fisch- und Fleischabteilung kann sich die Nase mit den süßen Gerüchen der Früchte entspannen. Auch hier lohnt sich das Nachfragen, denn viele der Früchte sind dem Europäer nicht bekannt.

 

 

Hexenmarkt …

Als Abschluss lohnt sich das Schlendern durch den – ich nenne ihn mal – „Magie-Bereich“: Ob man nun vom Liebsten/von der Liebsten wieder begehrt werden möchte, dem Nachbarn Montezumas Rache wünscht, sich für ein Ritual eindecken oder einfach nur wissen will, was einem die Zukunft bringt: Hier findet sich alles, was dazu von Nöten ist – Kräuter, Säfte, Destillate, Pillen, Wurzeln, Llamaembryos – und natürlich die fachkundige Beratung der brujas.

 

 

Die Zeit vergeht schnell und schon empfangen einen wieder die stechende Sonne und der hektische Trubel der weißen Stadt. Das wird sicherlich nicht der letzte Besuch im Mercado San Camilo gewesen sein…

Nora

Nora

Reiseautorin & Fotografin

 

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