In Peru wie zu Hause fühlen: Ein Besuch bei Alejandro, dem Kaffeebauern

Dies ist ein Gastbeitrag von den Reiseexperten FairAway

Mitten im hohen Dschungel, in der Gemeinde von Huacayupana, lebt Alejandro, der Kaffeefarmer. Mit seinen 16 Hektar Land ist er der größte Bauer in der Gemeinde – und Gastgeber für Reisende von FairAway. Die Zeit, die er mit den Besuchern verbringt, liegt ihm sehr am Herzen. Durch die Kombination von Landwirtschaft und Tourismus hat Alejandro stets alle Hände voll zu tun. Doch wer genau ist der Kaffeebauer – und wieso teilt er sein Zuhause mit fremden Menschen?

Tranquilo, tranquilo: Willkommen in der Entspannung

Alejandro ist vor allem eins: die Ruhe selbst. Und diese Ruhe scheint ansteckend zu sein! In seiner Gegenwart fühlte ich mich ausgeglichen und entspannt. Aber trotz seiner ruhigen Art scheut Alejandro kein bisschen vor dem Austausch mit Reisenden zurück. Er ist offen und interessiert und teilt seine Arbeit auf dem Feld liebend gerne mit seinen Besuchern. Wie groß wird diese Frucht? Von wann bis wann ist Saison, um Kaffee zu ernten? Was für ein Baum ist das? Keine Frage bleibt hier unbeantwortet. Denn Alejandro ist Kaffeebauer aus Leidenschaft! Wie so oft in Peru, hat Alejandro seine Arbeit von seinen Eltern übernommen. Sie brachten ihm alles über die Kakaoproduktion bei und hinterließen ihm ihr Land. Für Alejandro war das jedoch nicht genug. Er wollte mehr über die Welt des Kaffees lernen und so zog er durch Peru, um an Workshops in verschiedenen Regionen des Landes teilzunehmen. Nun baut er schon seit 30 Jahren Kaffee an und hat es sogar schon bis nach England geschafft, wo er einst seinen Kaffee zur Schau stellen und verkaufen durfte.

Kaffeeanbau mit Tradition: Bei Alejandro ist noch Handarbeit angesagt


Ein Stück Geschichte 

Huacayupana war nicht immer ein Ort des Kaffees. In früheren Zeiten herrschte hier Monokultur. Es wurden Cocablätter angebaut, soweit das Auge reicht. Diese Art von Landwirtschaft ist jedoch nicht gut für den Boden, der dadurch Nährstoffe verliert und instabil wird. Heutzutage wurde die Monokultur durch Polykultur ersetzt, was besser für Boden und Umwelt ist. 

Auch für Alejandro hat sich einiges verbessert. Dank des Baus einer Straße, die bis in die Gemeinde führt, kann der Kaffeebauer seine Produkte nun einfacher verkaufen, ohne dafür jedes Mal den weiten Weg bis ins nächste Dorf laufen zu müssen. Trotz allem ist die Arbeit eines Kaffeebauers hart. Mehr und mehr Menschen der Gemeinde entscheiden sich, in die Stadt zu ziehen, wo sie sich anderen Aktivitäten widmen und einfacher Geld machen. Für Alejandro ist jedoch klar, dass er seine Farm nicht verlassen wird. Er liebt seinen Job und würde für keinen Preis etwas anderes machen wollen. 

Viel Liebe zum Detail – beim Kaffee genauso wie beim Gästehaus


Alles für die Familie und die Gäste 

So geht es übrigens auch seinem Sohn Alfran. Alejandro konnte ihm durch seinen gemütlichen Homestay ermöglichen, sein eigenes Transportunternehmen aufzumachen. Außerdem hat Afran ein Praktikum in der lokalen Agentur von FairAway in Cusco absolviert, um mehr über nachhaltigen Tourismus zu erfahren. Für Alejandro ist dieser Punkt sehr wichtig: „Ich kann in den Bergen leben, meiner Leidenschaft nachgehen, Reisenden die Schönheit meines Landes zeigen und gleichzeitig meinen Kindern ermöglichen, ihren Träumen nachzugehen, in meine Fußstapfen zu treten, in Lima zu studieren oder etwas ganz Eigenes auf die Beine zu stellen. Das fühlt sich toll an, und dafür hat sich jede Investition in die zwei Gästezimmer mehr als gelohnt.“ Was als einfacher Schlafplatz angefangen hat, hat Alejandro im Laufe der Zeit zu einer Unterkunft mit Liebe zum Detail gestaltet. Ein gemütliches Bett mit Moskitonetz, ein privates Bad mitten im Dschungel mit fließend warmem Wasser und leckere peruanische Köstlichkeiten zum Frühstück – darüber freuen sich mittlerweile 15-20 Gäste im Jahr. „Dass Gäste aus Europa sich viel mehr über landestypische Tamales und Avocados zum Frühstück freuen als über Toast und Marmelade, musste ich übrigens erst lernen“ lacht Alejandro, wenn er an die Anfänge zurückdenkt. Diese kleinen Dinge lernt er auch im Austausch mit den Gästen – so wertvoll für beide Seiten. 

Alejandro und seine Familie heißen die Gäste mit einem Strahlen willkommen


Community Tourismus mit Herz bei Alejandro

Es wird schnell klar im Gespräch: So sehr Alejandro die Kaffeeproduktion am Herzen liegt, so sehr steht er auch hinter der ganz besonderen Art des Tourismus, von der er bereits seit elf Jahren ein Teil ist. So lange heißt er nämlich bereits Besucher bei sich willkommen. Doch er scheint immer noch genauso eifrig, als hätte er gerade erst seine ersten Gäste empfangen, und ist immer darauf bedacht, dass es allen gut geht. Man merkt, wie sehr er sich über seine neuen Bekanntschaften freut. Beim Abendessen und Frühstück leistet Alejandro uns Gesellschaft. Dass nicht jeder in unserer Gruppe Spanisch spricht, scheint man kaum zu merken. Es wird fröhlich gequatscht, auf Deutsch, Englisch, Spanisch, sogar ein bisschen auf Quechua (Alejandro’s Muttersprache). Wenn du vorher deinem Besuch dein Spanisch aufbessern willst, findest du hier tolle Tipps!

Wie wir dort so abends am Tisch sitzen, wird mir erneut klar, was Community Tourismus wirklich bedeutet und was für eine schöne Art des Reisens es ist. Selten habe ich auf einer Tour so viel gelernt, gelacht und nachgedacht. Bei Alejandro für eine Nacht zu wohnen und seine Arbeit kennenzulernen, hat mir wieder eine neue Seite Perus gezeigt. Und der Kaffeefarmer freut sich sichtlich seinen Alltag in Zukunft mit noch vielen weiteren Reisenden zu teilen. So verabschiedet er sich von uns mit den Worten: „Kommt uns besuchen und seid unsere Gäste. Unsere Unterkunft ist simpel, aber unsere Herzen sind groß.“ 

Die Kaffeeroute ist Teil des Programms des nachhaltigen Reiseanbieters FairAway. FairAway liegt es am Herzen, dass die lokale Bevölkerung vom Tourismus profitiert, und setzt sich für umweltfreundliche Reisen abseits des Trubels ein.
Schaue dir gerne hier die Reiserouten für Peru bei FairAway an! 

 

Ruheoase mit Herz

Caroline

Caroline

Reiseexpertin von FairAway

Hola, ich bin Caroline und lebe in Cusco. Ich arbeite für den nachhaltigen Reiseveranstalter FairAway und schreibe hier für dich über meine Erlebnisse in Peru. Als großer Wanderfan, sind die unfassbaren Landschaften der Berge hier das Größte für mich. Aber ich möchte dir auch Geschichten über die herzlichen Guides, Fahrer:innen und Köche erzählen, mit denen wir hier in Peru in Kontakt sind. Freue dich auf Tipps abseits des Trubels und Inspirationen für deine Peru-Reise!

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