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6 Theorien: Warum wurde Machu Picchu gebaut?

Es ist das Ziel von fast allen Peru Reisen: Machu Picchu! Wir alle haben schon hunderte von Fotos gesehen, wir freuen uns selbst vor dieser einmaligen Kulisse zu stehen, Arm in Arm mit einem Lama versteht sich :)

 

Wir wissen, in Machu Picchu gibt es ganz viele Ruinen, die Stätte wurde von den Inka erbaut, ist Weltkultur- und Naturerbe der UNESCO sowie eines der neuen sieben Weltwunder. Vielleicht wissen wir auch, dass Machu Picchu 1911 vom amerikanischen Wissenschaftler Hiram Bingham entdeckt wurde und Machu Picchu vor den Spaniern unentdeckt blieb.

 

Doch wissen wir auch, warum Machu Picchu gebaut wurde?

 

Zugegeben, es ist ein rätselhaftes Thema, welches viel Raum für Spekulationen und waghalsige Theorien lässt. Bis heute diskutieren Archäologen und Wissenschaftler über den Sinn von Machu Picchu und jeder Guide, der seine Touristen-Banden durch die Anlage führt, hat seine ganz eigene Theorie über das Phänomen Machu Picchu in petto.

 

Gehen wir der Sache näher auf den Grund. Ich beschreibe euch heute, die hauptsächlichen Theorien, die im Umlauf sind ;)

 

Machu Picchu war der letzte Rückzugsort der Inka

Eine der hauptsächlichen Theorien vom Entdecker Hiram Bingham war, dass Machu Picchu die legendäre „verlorene Stadt“ Vilcabamba la Vieja sei, wo die letzten Inka gegen die spanischen Konquistadoren gekämpft haben. Diese Theorie stellte sich allerdings als falsch heraus, da Archäologen herausfanden, dass sich der letzte Rückzugsort der Inka in Espíritu Pampa befindet, rund 130 Kilometer westlich der Inka-Hauptstadt Cusco. Hiram Bingham hatte diesen Ort im Regenwald selbst besucht, fand ihn aber zu klein und unspektakulär als letzten Ort der Inka. Spätere Untersuchungen zeigten jedoch die wahre Größe von Espíritu Pampa.

 

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Machu Picchu war ein heiliges Frauen-Kloster

Eine weitere Theorie von Hiram Bingham besagt, dass Machu Picchu ein heiliges Frauen-Kloster war. Auserwählte Frauen sollen in Machu Picchu gelebt haben, als Geschenk für die Sonnengottheit Inti. Der amerikanische Osteologe George Eaton und sein Team waren sich sicher, größtenteils Frauen-Skelette gefunden zu haben. Spätere Untersuchungen haben jedoch belegt, dass die Hälfte der Skelette von Männern stammen. Grund für den Irrtum könnten die relativ kleinen Skelette gewesen sein, denn im Gegensatz zu Europäern, besitzen Menschen in den Anden einen recht kleinen Körperbau. Man hielt die kleinen Skelette also automatisch für Frauen-Skelette.

 

Machu Picchu war ein Pilgerort für Gläubige

Aus einer Studie vom Astrophysiker Giulio Magli ging hervor, dass Machu Picchu einen hohen spirituellen Zweck hatte und als Pilgerort galt. Gläubige Anhänger nahmen eine beschwerliche Reise zu Fuß von Cusco nach Machu Picchu auf sich, um die legendäre Reise ihrer Vorfahren vom Titicaca See zum Tal von Cusco zu symbolisieren und um Opfergaben abzulegen. Laut der Ursprungslegende wurden die Inka auf der Sonneninsel „Isla del Sol“ auf dem Titicaca See geboren, bevor sie ihren Fußmarsch nach Cusco, zum Mittelpunkt des Inka-Reiches auf sich nahmen.

 

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Machu Picchu wurde gebaut als königlicher Landhaussitz des Inkas

Dies ist die wohl am meisten anerkannte Theorie. Archäologen wie Richard Burger und Lucy Salazar-Burger erklären, dass Machu Picchu vom Inka-König Pachacutec privat genutzt wurde. Hier zog sich die ganze adlige Familie (auf Quechua: panaca) des Inkas zurück, um im angenehm milden Klima von Machu Picchu zu relaxen, zu jagen und Gäste zu unterhalten. Die Tatsache, dass Machu Picchu ein königlicher Sitz war, spricht auch für ein administratives und religiöses Zentrum, welches außerdem durch seine abgelegene Berglage und hohen Mauern als Schutzburg galt.

 

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Machu Picchu wurde gebaut in Ehren einer heiligen Landschaft

Die Lage von Machu Picchu ist wirklich spektakulär. Die Inka-Stätte liegt auf einem Bergrücken, welcher kreisförmig vom Urubamba-Fluss (Heilige Fluss der Inka) umgeben wird. Es scheint, als wäre Machu Picchu der Mittelpunkt eines Kreises, dessen Außenlinien durch die Bergstränge geformt wird. Laut den Theorien von Anthropologe Johan Reinhard muss Machu Picchu ein besonderer Ort in einer heiligen Landschaft gewesen sein. Belegt wird diese Theorie vor allem mit dem Einfluss der Sonne, welche zu bestimmten Uhrzeiten sich perfekt an bedeutsamen Bergen ausrichtet. Die Inka bauten gezielt Fenster, Monumente und Räume, welche die Sonnenstrahlen astrologischer Ereignisse einfangen und gezielt Schatten werfen.

 

Vielleicht, und das ist meine Theorie am Rande, wurde Machu Picchu gebaut, weil die Berge im Hintergrund aussehen wie ein Gesicht (einmal das Bild um 90 Grad drehen und du siehst es) und sie darin eine besondere Gottheit sahen.

 

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Machu Picchu wurde von Außerirdischen gebaut und nicht von den Inka

Verständlicherweise wird diese Theorie nicht gerade von Wissenschaftlern und Archäologen unterstützt, dennoch gibt es viele Guides, welche gern diese Theorie aus dem Ärmel schütteln, als Joker vielleicht, um sich bei den Touristen Aufmerksamkeit zu verschaffen.

 

Machu Picchu ist und bleibt ein großes Rätsel und für viele Menschen scheint es einfach unvorstellbar, wie die Inka in so kurzer Zeit und mit den bescheidenen Mitteln jener Epoche so pompöse Bauwerke wie Machu Picchu bauen konnten. Die einfachste Lösung ist dann natürlich zu behaupten, es waren gar nicht die Inka, sondern ein paar Außerirdische.

 

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Und, wissen wir nun, warum Machu Picchu gebaut wurde?

 

Ich denke, noch nicht ganz. Am naheliegendsten ist die Vermutung, dass es der Königssitz von Inka Pachacutec und seiner adligen Sippschaft war. Dennoch wäre es nicht untypisch, wenn Machu Picchu mehreren Zwecken gedient hat und somit die Theorien in einander übergehen. Nun gut, bis auf die Sache mit den Außerirdischen :)

 

Am besten kannst du den Geheimnissen von Machu Picchu auf einer eigenen Reise dorthin auf die Schliche kommen. Wie sagt man so schön: „Lieber etwas einmal gesehen haben, als ständig davon zu hören.“. Stell sicher, dass du einen guten Guide an deiner Seite hast, der dich auf einer Rundtour durch Machu Picchu in die vielen Details einweiht.

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Hola! Ich bin’s die Nora, das Gesicht hinter Info-Peru.

Ich habe über zwei Jahre bei lokalen Reiseagenturen in Cusco gearbeitet und bin schon viel durch Peru gereist. Für mich bedeutet dieses Land „Vielfalt“. Vielleicht ist es die peruanische Höhenluft, die mich zum Schreiben inspiriert – auf jeden Fall könnte ich mir nichts schöneres vorstellen.

 

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3 Kommentare
  • Nord-Peru Reisen

    5. Juli 2016 at 18:15 Antworten

    Eine tolle Zusammenfassung. Ich war gerade erst am Machu Picchu und lese jetzt das Buch von Bingham ! Faszinierend…

    • Nora

      5. Juli 2016 at 18:57 Antworten

      … toll, hab eure Fotos gesehen :) Welches Buch genau?
      Saludos & bis ganz bald in Chacha!

      • Nord-Peru Reisen

        8. August 2016 at 14:21 Antworten

        Hallo Nora, ich verstehe gar nicht, dass ich Deine Frage übersehen habe ?? Das Buch heisst Lost City of the Incas, wirklich gut (und einfach) geschrieben.
        Ganz liebe Grüsse,
        Martina

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