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Richtig Trinkgeld zahlen in Peru

Trinkgeld zahlen hat keine weitreichende Tradition in Peru und ist auch keine Pflicht aber aufgrund der vielen ausländischen Besucher, gerade aus dem amerikanischen Raum, wird Trinkgeld zahlen gängiger. In einer kosmopolitischen Stadt wie Lima ist das Trinkgeld zahlen üblicher als in ländlichen Provinzen von Peru.

 

Egal ob du als Individualreisender oder mit einer Reisegruppe in Peru unterwegs bist, das Thema Trinkgeld wird dich spätestens bei Ankunft am Flughafen oder in der Unterkunft konfrontieren. Was du beachten solltest und ein paar Trinkgeld-Richtlinien möchte ich dir mit diesem Artikel auf den Weg geben.


 

Trinkgeld – „Una propina por favor!“

Jeder der schon einmal in einem Dienstleistungsberuf gearbeitet hat, weiß, wie schön es ist, für seine harte Arbeit gewürdigt zu werden und gerade Trinkgeld ist ein Zeichen der Anerkennung.

 

Aber nicht nur das, in Peru liegt der Mindestlohn (2016) bei gerade einmal 750 Soles (rund US$ 250), den vor allem Angestellte im Tourismus wie Kellner, Bar-Keeper, Fahrer, Hotel- und Flughafen-Personal und Verkäufer verdienen. Für diese Menschen ist Trinkgeld (auf Spanisch: „Propina“) ein sehr wichtiger Zuverdienst.

 

Vor allem die Nordamerikaner pflegen einen sehr lockeren Umgang mit Trinkgeld in Peru. Kein Wunder, in den USA ist Trinkgeld eine Pflicht und in Peru ist das Trinkgeld zur „Abwechslung“ mal etwas günstiger. Ob dem Guide nun ein 20 Soles- oder 20 USD-Schein in die Hand gedrückt wird, ist da meist egal. Und so steigen eben die Erwartungen.

 

Natürlich freut sich der Guide und seine Familie über dieses Geld aber ich habe auch schon oft erlebt, dass Guides ihre Touren „Trinkgeld-Orientiert“ und nicht „Service-Orientiert“ führen. Das ist natürlich nicht immer so und hängt stark davon ab, wie die Guides von ihrer Agentur bezahlt werden. Es gibt großartige Guides und viele andere Angestellte bemühen sich ebenso, ihren Gästen einen unvergesslichen Service zu bieten.

 

Wichtig sind dennoch 2 Sachen:

 

Zahle kein Trinkgeld, wenn du unzufrieden mit einer Leistung bist, denn wie gesagt, in Peru besteht keine Trinkgeld-Pflicht!

 

Zahle ein angemessenes Trinkgeld, wenn du zufrieden mit der Leistung bist aber übertreibe es nicht. 

 

Wie viel Trinkgeld ist in Peru angemessen?

 

Ein Überblick über die verschiedenen Bereiche und was du für Trinkgeld geben kannst, möchte ich dir hier zeigen.

 

Am Flughafen

Manchmal kannst du gar nicht so schnell gucken und schon greift sich das Flughafenpersonal dein Gepäck, packt es auf einen Rollwagen und schiebt es in Richtung Ausgang oder Eingang. Natürlich kostet dieser „Spaß“ auch etwas und die Gepäckbeförderer wollen am Ende Trinkgeld von dir haben. Wenn du diesen Service nicht möchtest, dann musst du ihn von Anfang an ablehnen. Wenn es schon zu spät ist oder du diesen Service gern möchtest, dann gibst du 1 – 3 Soles fürs Gepäck tragen bzw. rollen.

 

Hotelpersonal

In besseren Hotels wird dich direkt bei Ankunft Hotelpersonal empfangen und dir dein Gepäck abnehmen, um es in dein Zimmer zu tragen. Für diesen Service solltest du 1 – 3 Soles geben. Natürlich kannst du diesen Service auch ablehnen, in teuren Hotels wirkt das vielleicht etwas komisch.

 

Reinigungskräfte

Wie in anderen Ländern auch besteht keine Pflicht beim Aus-Checken aus dem Hotel Trinkgeld zu hinterlassen, wenn du aber findest, dass das Reinigungspersonal einen guten Zimmer-Service gemacht hat, dann spricht nichts dagegen diesen Service mit 2 – 10 Soles zu würdigen. Mehr geht natürlich immer.

 

Im Restaurant

In besseren Restaurants wird ein Trinkgeld von 10% des Rechnungsbetrags erwartet. Dieser kann sich bereits im Preis befinden, es lohnt sich also auf die Rechnung zu schauen. In kleinen Restaurants freuen sich die Mitarbeiter sicher über 1 – 2 Soles Trinkgeld. Wer einmal in einem typisch peruanischen Restaurants Mittag essen war, der weiß, was für ein anstrengender Job das ist und gibt gern etwas Trinkgeld.

 

Für private Fahrer (oder touristische Fahrten)

Fahrer spielen im Tourismus in Peru eine zentrale Rolle, schließlich wirst du auf deiner Reise viel von A nach B fahren. Der Fahrstil einiger Fahrer kann ganz schön chaotisch und rasant sein, deswegen, fühl dich nicht verpflichtet Trinkgeld zu zahlen. Wenn du aber über mehrere Tage einen Fahrer hattest, der dich sicher von A nach B gebracht hat, dann ist Trinkgeld zahlen, eine nette Möglichkeit, Danke zu sagen.

 

Privater Transfer von A nach B: 5 Soles pro Person
Privater Halbtagesausflug: 8 – 10 Soles pro Person
Privater Ganztagesausflug: 10 – 15 Soles pro Person
Fahrten in größeren Gruppen: 5 Soles pro Tag pro Person

 

Für örtliche Guides

Guides gehören im Tourismus sicher zu den „Besser-Verdienern“, aber dennoch ist es auch hier üblich, Trinkgeld zu geben, vor allem, wenn es eine private Tour ist.

 

Privater Guide: 20 – 30 Soles pro Person
Gruppen-Guide: 5 – 10 Soles (je nach Gruppengröße auch etwas mehr) pro Person

 

Free-Walking-City-Tours

Sie werden immer populärer – die Free-Walking-City-Tours in Cusco, Lima und anderen Großstädten. Es sind „Kostenlose Touren“, am Ende wird von den Touristen dennoch erwartet, Trinkgeld zu zahlen. Na und wer für eine geschenkte und gute Tour, kein Trinkgeld gibt, der gerät schnell in eine unangenehme Situation. Also auch hier besser Trinkgeld einplanen. Je nach Gruppengröße variiert das natürlich. Vielleicht irgendwas zwischen 10 – 30 Soles.

 

Taxifahrer und öffentliche Verkehrsmittel

Es besteht überhaupt keine Trinkgeld-Pflicht für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Dazu gehören Taxis, Busse, Combis und Co. Sollte dein Taxifahrer etwas anderes behaupten – einfach ignorieren :)

 

Trinkgelder auf Trekkings

Bei einem Trekking solltest du nicht unterschätzen, welche Kosten noch für das Trinkgeld anfallen können. Bedenke auch, dass du ausreichend Bargeld auf deine Trekking Tour mitnimmst, denn unterwegs wirst du kaum die Möglichkeit haben, Geld abzuheben. In der Regel werden Trinkgelder gemeinsam in der Gruppe bezahlt.

 

Hier ein paar grobe Richtlinien, die je nach Service und Gruppen-Größe variieren können:

 

Träger: 20 – 30 Soles pro Person
Koch: 10 – 20 Soles pro Person
Guide: 20 – 40 Soles pro Person
Assistierender Guide: 10 – 20 Soles pro Person

 

Willkürliches Trinkgeld

Gerade in touristischen Zentren, wo Touristen fürs überdurchschnittliche Trinkgeld-Zahlen bekannt sind, kann es schon einmal vorkommen, dass du für irgendeine willkürliche Sache, aufgefordert wirst, Trinkgeld zu zahlen!

 

Sehr beliebt ist es, von den Touristen fürs „Foto-Machen“ Geld zu verlangen. Nicht nur die traditionell-gekleideten Frauen und Kinder mit Baby-Lama haben das Geschäft mit den Fotos für sich erkannt, sondern auch die Marktfrauen, die für ein kleines Trinkgeld gern in die Kamera lächeln ;)

 

Kosten für die Fotos belaufen sich zwischen 1 – 5 Soles, je nach dem, wie viele Darsteller involviert sind ;)

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Hola! Ich bin’s die Nora, das Gesicht hinter Info-Peru.

Ich habe über zwei Jahre bei lokalen Reiseagenturen in Cusco gearbeitet und bin schon viel durch Peru gereist. Für mich bedeutet dieses Land „Vielfalt“. Vielleicht ist es die peruanische Höhenluft, die mich zum Schreiben inspiriert – auf jeden Fall könnte ich mir nichts schöneres vorstellen.

 

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3 Kommentare
  • Florian

    19. Januar 2016 at 17:30 Antworten

    Sehr hilfreicher Artikel, vielen Dank!

    Die Informationen sind ein sehr guter Anhaltspunkt und werden mir dabei helfen, mich in Zukunft mit meinen „Propinas“ noch etwas sicherer zu fühlen

    So ganz sicher, wie viel ich denn jetzt geben soll, bin ich mir hier nämlich meistens nicht.

    • Nora

      19. Januar 2016 at 17:59 Antworten

      Sehr gern :)

      Ja es ist gar nicht so leicht manchmal, da hinter zu steigen.

      Liebe Grüße!

      Nora

  • Nord-Peru Reisen

    20. Januar 2016 at 20:24 Antworten

    Toller Bericht und sehr hilfreich für alle Reisenden.

    Trinkgeld ist wichtig, wie Du sagst, für alle Beteiligten wie Guides, Fahrer und Träger. Das Trinkgeld geht direkt an die Person und hilft sehr oft einer ganzen Familie, ihr tägliches Leben zu erleichtern. Was man aber auch nicht machen sollte, ist zu viel Trinkgeld geben. Dadurch wird dann immer mehr erwartet.

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