Der Salkantay Trek nach Machu Picchu: Alles, was du für deine Wanderung wissen musst

Der Salkantay Trek führt in vier oder fünf Tagen über die Anden nach Machu Picchu und gehört landschaftlich zu den schönsten Wanderwegen weltweit. Als Alternative zum Inka-Trail ist der Salkantay Trek nicht nur wesentlich günstiger, man kann ihn auch spontan buchen. Doch wie genau läuft der Salkantay Trek nach Machu Picchu ab? Und was gibt es sonst noch zu beachten? In diesem Artikel beantworte ich alle Fragen, die auftauchen, wenn man diese Wanderung nach Machu Picchu plant.Weiterlesen

Erfahrungsbericht: Salkantay Trek nach Machu Picchu

Einmal die Anden überqueren, in den tropischen Bergdschungel wandern, Endziel: Machu Picchu. Klingt toll? Dann ist der Salkantay Trek etwas für dich. Diese Wanderung gilt als die beliebteste Alternative zum berühmten Inka-Trail. Landschaftlich ist der Salkantay Trek nicht zu übertreffen, du kommst an blauen Lagunen vorbei, passierst wahnsinnige Andenpanoramas, wanderst durch herrlich grüne Natur, badest in heißen Thermalquellen und rundest deine Tour mit dem Besuch in Machu Picchu ab. Meine allerliebste Kindheitsfreundin Athina hat den Salkantay gemacht und teilt in diesem Bericht ihre wunderbaren Erfahrungen.Weiterlesen

Trekking Ausangate: Eine Höhenerkenntnis auf dem schönsten Wanderweg in Peru

Hinter Cusco ragt er hervor – der Ausangate. Mit 6.384 Höhenmetern ein ziemlich hohes Tier unter den peruanischen Bergen. Der Höchste in Südperu. Er wacht über der ganzen Stadt – tagaus, tagein. Gleichzeitig wirkt er fern und unnahbar. Oft habe ich den Ausangate von meiner Terrasse aus beobachtet. In meiner Vorstellung malte ich mir aus, wie unendlich schön die Bergtäler und Flüsse dort sein müssten. Schon immer gab mir der Berg ein Gefühl von Ruhe und Energie. Besonders, wenn sein Gipfel im goldenen Abendlicht versank.

 

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Ein paar Monate später bin ich Teil dieser imaginären Bergwelt und stelle fest: Sie ist nicht nur wunderschön, sondern auch real. Auf einem fünftägigen Trekking werde ich den Ausangate einmal umrunden. Sieben bis neun Stunden werden wir am Tag wandern. Meine Mitbewohnerin Fredy und ich wandern mit unserem lokalen Guide Mario und zwei bepackten Pferden querfeldein über büscheliges Gras und vorbei an dünnen Bächen.

 

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Reines, kühles Wasser plätschert durch die saftig grünen Täler wie blaue Adern. Eine kontinuierliche Melodie, die an einen niemals enden wollenden Pulsschlag erinnert. Weit und breit keine Menschenseele. Ein paar leerstehende Lehmziegelhütten und zu unserer Freude haufenweise Alpakas. Sie beobachten uns mit einer trivialen Neugierde, im Grunde sind wir nur vorüberziehende Gestalten, Besucher auf Zeit. Durch diese magische Landschaft zieht sich ein Hauch von Ewigkeit.

 

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Mario hat kaum persönliches Gepäck dabei, nur einen kleinen Rucksack und ein altes Radio. Die Musik vom Sender Ocongate kämpft mit der Abgeschiedenheit von diesem Flecken Erde, aus den Boxen hallen Panflötenklänge und Huaynos, um sich dann in Raum und Zeit aufzulösen. Es geht bergauf und bergab in der gefühlten Endlosschleife. Die Berge sind mit seidengrünem Gras bewachsen, andere Hänge sind aufgrund von Erosionen tief rot. Der blaue Himmel wird von hübschen Wolkenbändern geschmückt, die sich in den Lagunen der Berge spiegeln.

 

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Diese faszinierende Landschaft hat jedoch einen bitteren Beigeschmack: Die Höhe. Unbarmherzig, wie sie nun einmal ist, raubt sie einem den Atem und zusätzlich die Energie in den Beinen. Mühsam schleppe ich mich durch dieses Postkartenidyll. Vor allem Tag 2 ist kräftezehrend – im körperlichen wie im emotionalen Sinne. Von einem Aussichtspunkt aus – von dem wir in ein sonnendurchflutetes Tal blicken –, wird mir die Dramaturgie des Moments bewusst. Meine puddingartigen Beine sollen mich jetzt noch über einen 5.200 Meter hohen Pass tragen, von dem ich nicht einmal weiß, ob ich ihn überleben werde.

 

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Vor uns liegt ein sonnendurchflutetes Tal, in der eine Lagune friedlich vor sich hin schimmert. Das ist eine in sich geschlossene, perfekte Welt, in der ich mich plötzlich verloren fühle. Mir ist zum Weinen zumute, also weine ich. Mir laufen die Tränen übers Gesicht. Mein Ausdruck von Verzweiflung. Das packe ich nicht, rufe ich Mario und Fredy hinterher, die schon auf dem Weg ins Tal sind. “Na klar schaffst du das Nora! Komm schon! Heute Abend haben wir was zum Feiern!”, ermuntert mich Fredy, ohne sich umzudrehen. Meine innere Stimme macht einen Aufstand. Kann doch nicht wahr sein, dass die zwei soweit vorlaufen, mich ganz alleine zurücklassen! Ich will da nicht rüber, es muss doch eine Abkürzung oder irgendeinen Tunnel geben! Bockig trample ich den beiden hinterher, meine gereizte Stimmung schnürt mir die Luft ab. Innerlich rebelliere, äußerlich japse ich, bis ich mich schließlich meinem bittersüßen Schicksal füge.

 

Der Weg bergauf ist natürlich noch härter, als ohnehin schon geahnt. Ich habe das Gefühl, ich laufe gegen eine imaginäre Wand oder ein Wesen, das mich zurückweist, während es mir die Zunge rausstreckt. Ich bin wütend. Zu allem Überfluss knallt die Sonne ihre Strahlen auf mich nieder, als hätte sie noch eine Rechnung mit mir offen. Meine Energie reicht kaum mehr für ein emotionales Schimpfwort, dabei liegen mir einige auf der Zunge. Die letzten hundert Meter peitscht der Wind mir Sand ins Gesicht, ich kann nicht mehr geradeaus sehen. Mein Ziel scheint so weit entfernt wie eine Reise zum Mond, doch dann, ja dann habe ich eine Erscheinung: Steintürme, ganz viele Steintürme! Sieht es so auf dem Mond aus? Nein, das sind irdische Symbole des höchsten Punktes einer Wanderung. Bin da. Kneif’ mich mal einer, ich bin da!! Habe tatsächlich nach einem üblen Gewaltmarsch den Palomani Pass auf knapp 5.200 Metern erreicht! Mit den Knien gehe ich zu Boden und schaue in den blauen Himmel. Zeit zum Versöhnen – mit mir, mit der Welt und mit allem.

 

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Mario kniet zehn Meter von uns entfernt auf dem Boden, er hat einen kleinen Steinturm gebaut. Leise betet er auf Quechua, küsst drei Kokablätter und lässt sie fliegen. Sie tanzen mit dem Wind, vor und zurück und im Kreis wie zu Salsa-Musik. Nach seinen Gebeten und Opfergaben kommt er langsam auf uns zu und reicht uns die Hand: “Felicitaciones!” Er beglückwunscht uns und meint, wir könnten sehr stolz auf uns sein, diesen Berg würde nicht jeder schaffen. Ich bin gerührt und stolz zugleich. Von außen betrachtet, sehe ich sicher gleich aus – verschwitzt, verfilzte Haare, staubige Sachen, doch innen hat sich ein wahrer Wandel vollzogen. Ich bin nicht mehr die quengelige Nora von dort unten. In Wirklichkeit bin ich mutiger und stärker, als ich es für möglich gehalten habe. Der Wille kann einen über alle Berge tragen. Eine wahre Höhenerkenntnis, der ich einen kleinen Steinturm widme.

 

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Buen viaje!

Dieser Blog ist für alle, die eine Reise nach Peru planen, die sich inspirieren lassen möchten von der Vielfalt, die Peru zu bieten hat, die einfach nur neugierig sind, Reiseberichte lesen möchten, oder für alle, die selbst schon in Peru waren und sich zurück versetzen wollen in eine Zeit, die so lebendig, so bunt, so erfüllt und so reich an Erlebnissen war. ~ Nora