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Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Peru?

Allein schon aus klimatischen und religiösen Gründen feiern die Peruaner Weihnachten irgendwie anders als wir. Das fängt bei der Weihnachts-Dekoration an, geht beim Festmahl weiter und hört ohrenbetäubend in der stillen und heiligen Nacht wieder auf.

 

Auf was du dich gefasst machen kannst, wenn du Weihachten in Peru verbringst, das erfährst du in diesem Artikel ;)

 


 

Fröhlich abstrakte Weihnacht

Für mich ist peruanische Weihnachten so abstrakt (im positiven Sinne), dass nur wenig weihnachtliche Gefühle aufkommen – aber vielleicht auch ganz gut so, denn das hält das Heimweh fern ;)
Auch Rudolph the RedNosed Reindeer im Supermarkt, ein mit Plastik überladener Weihnachtsbaum oder die Straßenverkäufer mit ihren lustigen Weihnachtsmützen können daran nicht viel ändern.

 

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Aber: Ein „Abstraktes Weihnachten“ ist gut gegen das, ich nenne es mal „eigene Selbstverständnis„. Traditionen, die wir für normal oder selbstverständlich erachten, sehen in anderen Ländern eben ganz anders aus.

 

Und ich habe festgestellt: Weihnachten heißt auch hier vor allem eins – zusammen sein mit der Familie.

 

Weihnachten im Sommer

Was überhaupt nicht in mein „weihnachtliches Weltbild“ passt, ist das warme Klima. Weihnachtszeit ist Sommerzeit in Peru. In der Hauptstadt Lima und anderen Küstenorten von Peru ist es im Dezember richtig heiß und man feiert in kurzer Kleidung. Auch in Cusco ist Sommer aber in den Anden herrscht zumindest Regenzeit und aufgrund der Höhe ist es nicht ganz so warm wie an der Küste und im Regenwald.

 

Für die meisten Peruaner muss Weihnachten in Deutschland mit Schnee, Dunkelheit und Kälte richtig beängstigend sein …

 

Weihnachtskrippen sind Pflicht

Die Inka hätten sicher keine Weihnachts-Krippen gebaut. Klar, denn so etwas wie Weihnachten gab es im Inka-Reich nicht. Erst die Spanier brachten den christlichen Glauben nach Südamerika und mit ihm die Tradition an Weihnachten eine Krippe zu errichten.

 

In Peru beginnt die Vorweihnachtszeit wie bei uns ca. vier Wochen vor Heiligabend, also mit der Adventszeit. Ende November beginnen die Familien ihre Weihnachts-Krippen „El Nacimiento“ herzurichten. Diese haben es wirklich in sich. Die Peruaner legen großen Wert darauf, eine pompöse und detailgetreue Miniatur-Landschaft von Betlehem zu bauen. Diese errichten sie meist großflächig auf dem Boden ihres Wohnbereiches. Das Jesus Kind wird erst an Heiligabend dazu gelegt.

 

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Auch in Kirchen und öffentlichen Plätzen werden Krippen mit übergroßen Figuren aufgestellt. Zahlreiche Bewohner der Stadt zieht es zu diesen Krippen.

 

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Neben den Krippen findet man auch immer häufiger Weihnachtsbäume, Kunstschnee und Lametta in peruanischen Haushalten. Wie so oft schwappen auch hier die Traditionen aus Amerika und der westlichen Welt rüber. Dennoch scheinen diese Objekte irgendwie fehl am Platz und ob sie überhaupt für irgendjemand eine Bedeutung haben – mag ich zu bezweifeln…

 

Der Santurantikuy Weihnachtsmarkt in Cusco

In Peru ist nur der 25.Dezember Weihnachtsfeiertag. Der wichtigste Tag ist der Heiligabend. In Cusco findet am 24. Dezember ein riesiger Weihnachtsmarkt auf dem Hauptplatz statt. Dieser Markt heißt „Santurantikuy„. Es ist der einzige Markt, der während eines Jahres auf dem Hauptplatz der historischen Altstadt stattfindet. Hier dreht sich fast alles ums Jesus-Kind. Neue Kleider und Schühchen werden an jedem zweiten Stand verkauft. Dazwischen religiöse Kunst, Geschenksartikel und Essensstände. Der Santurantikuy Weihnachtsmarkt ist so gut besucht, dass man hier kaum treten kann. Und auch Zuckerwatte-Verkäufer stechen einmal wieder aus der Masse heraus ;)

 

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Der Santurantikuy Weihnachtsmarkt ist ein großes Spektakel. So groß, dass ich 2012 mit einer ausgewanderten Freundin namens Tine einen Stand eröffnet habe, um ein bisschen deutsch-peruanisches Deko-Zeugs zu verkaufen. Dort konnten wir den Trubel und den letzten Weihnachtsstress live miterleben ;)

 

Jedes Jahr kommen Frauen mit ihren kleinen Kinder aus den ländlichen Provinzen nach Cusco. Sie übernachten unter den Portalen des Hauptplatzes. Der Grund für ihre weite Reise (oftmals zu Fuß) – sie möchten Stroh, getrocknete Pflanzen, Moos und geflochtene Hütten verkaufen. In Cusco finden sie dafür dankbare Abnehmer. Die Städter kaufen das letzte Zubehör für ihre Weihnachts-Krippen und werden hier fündig.

 

Damit auch die Kinderaugen strahlen, engagieren sich umliegende Unternehmen aus Cusco und verteilen Geschenke und Süßes für die Kinder der Familien.

 

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Weihnachtszeit ist Familienzeit

Auch hier in Peru. Heiligabend ist ein Tag, den man am liebsten mit der Familie verbringt. Die Großfamilien machen Spaziergänge, erledigen die letzten Weihnachtseinkäufe für das große Dinner am Abend und kaufen das letzte Zubehör für die Weihnachtskrippe ein.

 

Der Nachmittag zieht irgendwann vorüber und alle Familien fahren zu sich nach Hause. Hier wird ein aufwendiges Festmahl vorbereitet, welches erst nach Mitternacht gegessen wird. Für die kleinen Kinder ist es etwas ganz besonderes, denn sie können endlich einmal bis in die Nacht aufbleiben.

 

Für mich war das lange warten ungewöhnlich für Heiligabend. Serviert wird um Mitternacht dann ein Braten, wie zum Beispiel Truthahn und typische peruanische Snacks und Vorspeisen.

 

Mehr als typisch für Weihnachten ist ein gefüllter Hefeteigkuchen namens Panetón. Dieser ist mit kandierten Früchten und Rosinen gefüllt. Dazu wird heiße Schokolade getrunken.

 

Heiligabend und Feuerwerk

Einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen peruanisches und deutsches Weihnachten kommt erst nach Mitternacht.

 

Wenn in der stillen und heiligen Nacht Feuerwerksraketen und Silvester-Böller ertönen, dann – ja spätestens dann, hast du verstanden, dass es sich um peruanische Weihnachten handelt ;)

 

Das ist nämlich Tradition.

 

In diesem Sinne, eine schöne Vorweihnachtszeit :)

 

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nora

Hola! Ich bin’s die Nora, das Gesicht hinter Info-Peru.

Ich habe über zwei Jahre bei lokalen Reiseagenturen in Cusco gearbeitet und bin schon viel durch Peru gereist. Für mich bedeutet dieses Land „Vielfalt“. Vielleicht ist es die peruanische Höhenluft, die mich zum Schreiben inspiriert – auf jeden Fall könnte ich mir nichts schöneres vorstellen.

 

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9 Kommentare
  • Nord-Peru Reisen

    28. November 2015 at 14:21 Antworten

    Wie schön ! Wir freuen uns schon darauf, unser erstes peruanische Weihnachten zu erleben !

  • Laura Heim

    28. November 2015 at 16:13 Antworten

    Wow! Das hört sich interessant an! Wir sind an Weihnachten in Cusco. Ich bin gespannt!

    • Nora

      28. November 2015 at 18:03 Antworten

      Viel Freude :)
      Du darfst dann gern berichten!
      LG
      Nora

  • Florian

    30. November 2015 at 14:44 Antworten

    Also Weihnachtsgefühle bekomme ich hier auch keine – nicht im geringsten. Und dann stelle ich mir immer wieder folgende Frage:

    „Bekommen die Peruaner eigentlich Weihnachtsgefühle?“

    Vermutlich ja.

    Nur sind diese Weihnachtsgefühle so intensiv wie bei uns? Vielleicht einfach anders? Oder schwächer, nur kennen die Peruaner eben nichts anderes? Vielleicht sind wir auch einfach so auf winterliche Weihnachten konditioniert, dass wir nicht im Stande sind, hier die gleichen Gefühle zu haben.

    Aus irgendeinem Grund finde ich dieses Thema in hohem Maße spannend…

    • Nora

      30. November 2015 at 15:46 Antworten

      Sehr interessante Fragestellungen. Bringt mich auch direkt ins Grübeln :)
      Ich denke auch, dass die Peruaner ihre ganz eigenen weihnachtlichen Gefühle haben und man sie vielleicht ganz anders definieren muss.
      Wir machen einen Unterschied zwischen Weihnachten und Ostern. Ich glaube, dass die meisten Deutschen mehr emotional werden, wenn es um Weihnachten geht. In Peru haben Weihnachten und Ostern eine ähnliche religiöse Bedeutung .. glaube ich zumindest :)

  • Eva-Maria Reitzer

    26. Dezember 2015 at 10:55 Antworten

    Hallo zusammen,
    Peru scheint ein sehr interessantes Land zu sein. Vielen Dank für die vielen Eindrücke, gerne noch mehr liebe Nora. Was hast du die drei Jahre in Peru gemacht? Es würde mich sehr interessieren.
    Ich habe einen peruanischen Kollegen, dem die Familie sehr viel bedeutet. Aber Weihnachten lässt sich auch anders feiern.

    • Nora

      26. Dezember 2015 at 17:11 Antworten

      Liebe Eva-Maria,

      ich freue mich über dein Kommentar! Vor allem, weil ich öfter mal deinen Namen bei Facebook sehe, also bei den Likes. Vielen Dank dafür!!! Ich habe über zwei Jahre bei Reiseagenturen in Cusco gearbeitet. Begonnen hatte das mit einem halbjährigen Praktikum 2011. Dieses Jahr bin ich für längere Zeit durch den Norden von Peru gereist. Ich habe sehr gern in Peru gelebt und ich werde auch 2016 wieder zurück gehen, um die letzten Winkel des Landes zu erkunden (aber Peru ist einfach unerschöpflich ;)) Cusco ist eine sehr lebenswerte Stadt, sicher zieht es mich bald wieder zum Leben dort hin.

      Auch nächstes Jahr werde ich weiter fleißig berichten! Hast du dich schon in meinen Newsletter eingetragen, um nichts zu verpassen?

      Ich wünsche dir nochmal eine besinnliche Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016 :)

      LG

      Nora

      • Eva-Maria Reitzer

        27. Dezember 2015 at 12:41 Antworten

        Hallo liebe Nora,

        das ist ja sehr interessant! Ich bin eine Globetrotterin und interessiere mich für viele Länder! Bist du dann eher eine Reiseleitung? Man spürt, es ist Deine grosse Leidenschaft!! Mache weiter so!
        Was hat dich nach Peru verschlagen? Die Menschen, das Land? Würde mich interessieren!
        Wo hast Du noch gelebt?
        Wünsche Dir vorab schon mal einen guten Rutsch!
        LG.
        Eva

        • Nora

          28. Dezember 2015 at 20:12 Antworten

          Liebe Eva,

          bisher habe ich 1 Jahr lang in Kanada gelebt und knapp drei Jahre in Cusco. Ansonsten ganz brav in Deutschland ;) Eigentlich ist mein Papa daran „schuld“, dass ich nach Peru gegangen bin. Es war immer sein großer Traum, Machu Picchu und Cusco kennen zu lernen. Ich bin dann damals für ein Praktikum nach Peru und dann kam er mich besuchen und wir sind gemeinsam rum gereist. Die Kultur, die Menschen, die Höhenluft und das leckere Essen haben mir dann aber so sehr zugesagt, dass ich für längere Zeit dort geblieben bin und wie gesagt, jeder Zeit zurück gehen möchte.

          In Cusco habe ich nicht als Reisebegleitung sondern im Verkauf der Reisen, im Marketing und in der Abwicklung gearbeitet. Ich habe viele Reisenden auch am Flughafen abgeholt und vor Ort bei Problemen geholfen. Dazu gibt es einen schönen Bericht: http://info-peru.de/was-ich-2-jahre-in-cusco-mit-notfalltelefon-getan-habe/

          Also, kurz gesagt: ICH LIEBE PERU und wenn du die Chance hast, Peru kennen zu lernen, dann auf auf! :)

          Liebe Grüße und einen guten Rutsch!

          Nora

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