Tourismuswirtschaft Peru

Dies ist ein Gastbeitrag von Richard Meier von Peru-Econ. Mehr Informationen über die peruanische Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Politik und kulturelle Themen findest du auf der Seite von Peru-Econ.

Peru als internationales Reiseziel

Als internationales Reiseziel hat Peru in den vergangenen zehn Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die Zahl ausländischer Besucher hat sich laut dem Tourismusministerium Mincetur seit 2004 von 1,35 auf 3,16 Millionen im vorletzten Jahr mehr als verdoppelt. Für 2014 liegen noch keinen vollständigen Daten vor, doch ist von einem Anstieg auf über 3,2 Millionen Gäste auszugehen. Die meisten Touristen kommen aus Chile (886.000), den Vereinigten Staaten (487.000) und Ecuador (208.000). Unter den Peru-Reisen aus Europa führen Spanien (123.000), Frankreich (82.000) und Deutschland (63.000) die Liste an. Statistisch gesehen sucht mehr als jeder dritte Peru-Urlauber die berühmteste Sehenswürdigkeit des Landes auf. Die Inka-Zitadelle Machu Picchu besichtigten 2013 gut 800.000 Ausländer, hinzu kamen 370.000 einheimische Besucher. Im Jahr 2004 waren die Zahlen in etwa halb so hoch.

Gastgewerbe

Das Gastgewerbe, also Restaurants und Übernachtungsbetriebe, gehört trotz dieser Dynamik zu den kleineren Wirtschaftszweigen in Peru. Nach Angaben des Statistikamtes INEI steuert es zum Bruttoinlandsprodukt (welches derzeit bei 210 Milliarden US-Dollar liegt) rund drei Prozent bei. Gewachsen ist die Branche im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent und somit schneller als die gesamte Volkswirtschaft, die um 2,4 Prozent zulegte.

Wachstum des Tourimussektors

Potential, auch in Zukunft kräftig zu wachsen, hat der Tourismussektor in Peru. Dies ist der Tenor des “Peru Travel & Tourism Competitiveness Report″, der 2013 auf dem Weltwirtschaftsforum in Lima veröffentlicht wurde und an dem die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mitwirkte. Allerdings mahnen die Autoren der Studie an, dass unter anderem die hohe Kriminalität in den Städten und Mängel bei Verkehrs- und Internetverbindungen auf dem Land die Entwicklung bremsen.

Straßenbauprojekte

Was die Verkehrsinfrastruktur angeht, sind aber sukzessive Verbesserungen erkennbar. Fernstraßen wie die von Lima in den idyllischen Ort Canta oder von Trujillo nach Cajamarca verwandeln sich von Schlaglochpisten in einwandfreie Bahnen, auf denen man sich künftig auch Reisende mit höheren Komfortansprüchen vorstellen kann. Bis Mitte 2016 will die Regierung die 3.500 Kilometer lange “Longitudinal de la Sierra”, die von Puno am Titicacasee durch das Hochland bis in den äußersten Norden führt, vollständig asphaltiert haben; und auch die Küstenautobahn Panamericana wird auf mehreren Abschnitten modernisiert.

Flughafenprojekte

Daneben steht die Ertüchtigung von Regionalflughäfen an, etwa in Jauja, Huánuco und Jaén – und in Pisco, nahe den berühmten Nazca-Linien, wird im Juni ein internationaler Flughafen eröffnen.

Internationaler Flughafen Cusco-Chinchero

Touristisch am bedeutendsten ist der geplante “Aeropuerto Internacional de Chinchero-Cusco”: Nahe der ehemaligen Inka-Hauptstadt wird bis Ende des Jahrzehnts ein 40.000 Quadratmeter großes Terminalgebäude errichtet, in dem jährlich zunächst fünf Millionen Passagiere, später acht Millionen abgefertigt werden können. Vorgesehen sind Direktverbindungen mit anderen Großstädten Lateinamerikas.

Hier könnt ihr lesen, warum das Flughafenprojekt Cusco-Chinchero umstritten ist.

Seilbahnprojekte

Eine andere Form der Luftfahrt ist nahe der Festung Kuélap auf 3.000 Metern Höhe in den nordperuanischen Anden vorgesehen: Der französische Hersteller Pomagalski hat den Auftrag bekommen, eine Seilbahn einzurichten, die Besuchern den Aufstieg zu diesem Monument der Vor-Inka-Zeit erleichtert. Die Gondeln können bis zu 1.000 Personen pro Stunde 660 Meter in die Höhe befördern. Ende 2016 könnte es soweit sein. Ein ähnliches Projekt ist für die Inka-Siedlung Choquequirao in Zentralperu geplant, doch hier lässt die Auftragsvergabe noch auf sich warten. Ebenso stockt das Vorhaben einer Seilbahn von der Altstadt in Lima zum Hausberg der Stadt, dem San Cristobal.

Eisenbahnprojekte

Schließlich könnte der Tourismus in Peru durch Eisenbahnprojekte weiteren Schwung kommen. So soll die Linie zwischen Lima und Huancayo in den Anden, auf der derzeit nur wenige Male im Jahr ein Personenzug verkehrt, verbessert werden und einen neuen Tunnel erhalten, sodass sich die Fahrzeit von zwölf auf drei Stunden verkürzt. Die Vorplanungen hierfür sollen im Jahr 2015 abgeschlossen werden.

Man muss also noch etwas Geduld haben, bis dieser Zuge rollt – und Ungeduld ist in Peru ohnehin nicht angebracht.

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