Die Salzterrassen Maras

Die Salzterrassen von Maras – ein Ort der inspiriert.

Maras – ein Ort der inspiriert.

Wie aus einer salzigen Quelle, so ein geniales Meisterwerk entstehen konnte. Wie die Intelligenz einer alten Kultur im Stande war, dieses Geflecht aus Kanälen und hunderten Terrassen zu erschaffen. Und noch viel bewundernswerter – was die Menschen dazu bewegte, über Generationen die gleichen Traditionen und Werte aufrechtzuerhalten?

Ich erinnere mich, wie ich das erste Mal auf den weiß-strahlenden Flickenteppich der Salzterrassen hinabblickte. Ankommen – das heißt hier, einmal alle Sorgen fallen zu lassen. Diese Ruhe. Dieser Ort – in seiner Form, im Zusammenspiel von Natur und Menschenhand, ein Nehmen und Geben – seit Jahrhunderten. Es macht mir bewusst, wie unbedeutend materielle Reichtümer sind, wozu der Kampf um Anerkennung, der Stress – wenn das Wesentliche doch im Kleinen liegt.

Die Salzterrassen Maras stammen noch aus der Zeit der Inka. Sie sind bekannt für ihre strenge aber sehr gerechte Gesellschaftsordnung, in der sogar sozial schwächeren Menschen Hilfe geleistet wurde. Das Beispiel der Salzterrassen verdeutlicht diesen Gerechtigkeitssinn besonders. Die Fläche der Salzbecken wurde seit je her gleichmäßig auf die Familien der umliegenden Region aufgeteilt. Jeder sollte von der Bewirtschaftung der Salzterrassen gleichermaßen profitierten.

3.000 Becken befinden sich bis heute an den steilen Hängen der Bergschluchten von Urubamba. Die Salzgewinnung der „salineras“ von Maras findet auf rein natürlichem Wege statt. Das salzhaltige Wasser wird über ein ausgeklügeltes Kanalsystem in die, gerade einmal 30 cm tiefen Becken geleitet. Die hohe Sonneneinstrahlung lässt das Wasser verdunsten. Zurück bleibt das schneeweiße, kristalline Salz – das sogenannte „Weiße Gold“ der Anden. So wertvoll, dass es zu Inka-Zeiten sogar für Tauschzwecke diente.

Euch packt die Neugierde und ihr wollt ebenfalls diesen magischen Ort erkunden?

Oder doch lieber allein?

Zunächst allerdings die schlechte Nachricht, ihr werdet nicht die ersten und einzigen Reisenden sein, die von den Salzterrassen erfahren haben. Es tummeln sich immer ein paar Touris am Aussichtspunkt von Maras. Raus aus dem Bus, schnell noch ein Selfie hier und ein Sprungbild da und hasta luego! Die gute Nachricht kommt sofort – ihr hingegen, habt alle Zeit der Welt! Mein Artikel dient euch als kleiner Guide, wie ihr optimal euren Tag nutzen könnt. Bilderbuchlandschaften, an denen die Touri-Busse nur vorbeirasen, könnt ihr in absoluter Freiheit entlangwandern.

Keiner der Stress macht, ihr gebt den Takt selbst vor.

Tagesausflug nach Maras

Es gibt nun zwei Möglichkeiten.

Ihr könnt neben den Salzterrassen von Maras ebenfalls Moray besichtigen. Bisher habe ich noch kein Wort über Moray verloren ABER dies ist ebenfalls eine unbedingt sehenswerte Inka-Stätte, ganz in der Nähe von Maras. Dabei handelt es sich um kreisförmige Terrassenanlagen, die den Inka für landwirtschaftliche Experimente dienten. Sie erprobten die Tauglichkeit verschiedenster Produkte auf den unterschiedlichen Stufen der Terrassen. Höhe und Mikroklima der einzelnen Terrassenstufen spielten, wie die Inka herausfanden, eine wesentliche Rolle beim Anbau von Gemüse- und Getreidesorten. (Bedenke, dass du für den Eintritt nach Moray das Boleto turistico benötigst.)

Wenn ihr beide Stätten an einem Tag besuchen möchtet, dann solltet ihr auf alle Fälle genügend Zeit einplanen und bestenfalls eure Unterkunft in Cusco schon früh am Morgen, gegen 7 – 8 Uhr verlassen.

Hier meine Reise-Anleitung für euch:

Ihr verlasst eure Unterkunft in Cusco früh am Morgen.

Ihr lauft zum „terminal de buses“ (Busstation) in der Avenida Grau (Laufzeit vom Zentrum ca. 10 Minuten). Wenn ihr unsicher seid, könnt ihr auch ein Taxi nehmen. (Zum Taxifahrer sagt ihr: „Avenida Grau, al terminal de buses a Urubamba – por favor, Kosten 3 – 4 Soles)

Am Terminal fahren sowohl große Busse ab sowie kleinere Vans, sogenannte “Collectivos”. Diese fahren ab, sobald alle Plätze besetzt sind. Peruaner warten IMMER hartnäckig auf den letzten Fahrgast.

Die großen Busse kosten zwar weniger (ca. 3 – 4 Soles), brauchen jedoch auch etwas länger. Die Atmosphäre, in einem Bus zu fahren, neben Einheimischen und bei typischer Andenmusik, ist einfach unschlagbar und gehört irgendwie auch zum Peru-Abentuer dazu. Wichtig ist, dass ihr dem Fahrer sagt, dass ihr unterwegs, am Abzweigpunkt Maras aussteigen wollt. Dieser kommt ca. 10 Minuten nach dem ihr das Andendorf Chinchero passiert habt. Gesamte Fahrtzeit beträgt ca. 40 Minuten. Eventuell müsst ihr auch etwas weniger bezahlen, wenn ihr sagt, dass ihr schon beim Abzweigpunkt Maras aussteigt.

Nachdem die erste kleide Hürde überwunden ist und ihr am Abzweigpunkt Maras herausgelassen wurdet, wartet ihr als Nächstes auf ein Taxi. Meist stehen schon Taxis für Reisende bereit und bieten direkt an, euch nach Maras oder Moray zu fahren. Wichtig zu wissen an dieser Stelle, es gibt auch ein Andendorf das Maras heißt. Die Salzterrassen sind davon noch einmal eine ca. 2-stündige Wanderung entfernt. Jetzt könnt ihr noch einmal entscheiden, ob ihr nur Maras besichtigen wollt. In diesem Fall fahrt ihr direkt zum Andendorf Maras und wandert von dort, den vorgegebenen Weg zu den sogenannten „salineras„.

Fahrt nach Moray mit dem Taxi

Wenn ihr beide Stätten an einem Tag sehen wollt, lasst ihr euch zunächst nach Moray bringen. Der Taxifahrer wird euch sicher anbieten, in Moray auf euch zu warten, um euch anschließend zu den Salzterrassen zu fahren. Dieses Angebot solltet ihr direkt annehmen, denn die Wanderung zwischen Moray und dem Andendorf Maras ist äußerst lang und für nicht ortskundige Touristen schwierig zu finden.

Die Gesamtkosten betragen für das Taxi je nach Verhandlungsgeschick zwischen 25 – 35 Soles.

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In Moray angekommen, müsst ihr das „boleto turistico“ vorzeigen. Seit diesem Jahr 2015 ist es nicht mehr möglich einen Einzeleintritt zu kaufen.

Viel Spaß bei der Erkundung der kreisförmigen Terrassenanlage. Ihr werdet überrascht sein, wie hoch die einzelnen Terrassenstufen sind. Im Anschluss kehr ihr zum Einlass zurück und mit dem Taxi geht es weiter zum Andendorf Maras. Bittet den Fahrer euch direkt an der Stelle herauszulassen, wo die Wanderung hinab zu den Salzterrassen beginnt oder erkundet noch kurz den kleinen Ort.

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Euch erwartet eine wunderschöne Wanderung auf einem recht steilen und steinigen Bergpfad. Angekommen bei den Salzterrassen, müsst ihr ein Ticket kaufen, welches nicht im „boleto turistico“ mit inbegriffen ist und euch 7 Soles kostet.

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Von den Salzterrassen könnt ihr anschließend zur Hauptstraße zwischen Urubamba und Ollantaytambo laufen. Dazu müsst ihr die Anlage der Salzterrassen einmal bis zum Ende durchqueren und folgt dem Bergpfad weiter hinab in Richtung Urubambatal.

Dieses seht ihr bereits aus der Ferne.

Ihr kommt an ein paar Häusern vorbei, bis ihr schließlich zum Urubambafluss und einer Hängebrücke kommt.

Von hier aus sind es noch ca. 100 Meter bis zur Hauptstraße. Hier wartet ihr auf ein Sammeltaxi oder ein kleines Tuk-Tuk, welche euch für ein paar Soles zurück nach Urubamba bringen. Die Wanderung von den Salzterrassen bis zur Hauptstraße dauert ca.  1 1/2 Stunden.

In Urubamba fahrt ihr direkt zum „terminal de buses„, wo ihr den nächsten Bus oder den nächsten Van zurück nach Cusco nehmt.

Ankunft am Abend :)

Weitere Ort solltest du ebenfalls im Heiligen Tal gesehen haben:

Die Inka-Stätte Ollantaytambo + zwei weitere Geheimtipps
Die Sommerresidenz des Inka in Chinchero
Die Ruinen von Pisac + der Markt in Pisac
Der grüne Garten Eden von Tipon + Meerschweinessen in Tipon
Der Inka-Tempel Sacsayhuaman, Qenqo und Templo de la Luna

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9 Kommentare
  • Bettina Veith

    11. Februar 2015 at 14:33 Antworten

    Hi Nora, danke für deinen Kommentar auf Greentina, hat mich gefreut :))
    Deine Bilder sind einfach fantastisch! Vorallem das erste hat mich zum Stauen gebracht mit den Terassen echt eindrücklich! Wir waren gestern in Santa Cruz auf dem riesigen Markt! Echt gross, wir haben uns verlaufen aber es gibt dort viele leckereine hmmm. Ich wünsche dir viel Spass, weiterhin! Alles gute Btina

    • Nora

      11. Februar 2015 at 14:58 Antworten

      Graacias a ti tambien :)
      Sollten euch eure Wege nach Peru führen und ihr Hilfe braucht, dann könnt ihr mir jederzeit schreiben :) Ab August bin ich dann hoffentlich wieder zurück in Cusco. Saludos!

  • Mein Peru II -

    2. März 2015 at 0:41 Antworten

    […] Salzterrassen von Maras solltest Du unbedingt gesehen haben! Seit Jahrhunderten werden in einem Canyon in ca. 3.000 […]

  • Iris G.

    24. Februar 2016 at 9:06 Antworten

    hi Nora,
    ich hätte noch eine Frage:
    Denkst du es geht sich aus, wenn man von Cuzco morgens startet und Salzterrassen & Moray anschauen will, dass wir den Zug um 15:37 von Ollantaytambo nach Aguas Calientes erreichen können? Wir wollen den Zug vorher buchen, da das scheinbar sehr wichtig ist. Ich möchte aber unbedingt zu den Salinen usw. Wäre über eine Info sehr dankbar!
    LG Iris

    • Nora

      25. Februar 2016 at 20:50 Antworten

      Hallo Iris,

      das schafft ihr, wenn ihr rechtzeitig am Morgen zwischen 06 – 07 Uhr startet! Wenn ihr später startet wollt, macht ihr vielleicht lieber nur Maras. Habt ihr euch überlegt, wie ihr Maras besuchen wollt? Ich weiß nämlich nicht genau, welche Uhrzeiten die Touren haben, die man buchen kann, ansonsten kann man es auf eigene Faust machen oder mit einem privaten Fahrzeug machen (also in dem man ein Taxi anheuert, dementsprechend teurer).

      Liebe Grüße

      Nora

  • Claudia

    18. Juni 2016 at 20:04 Antworten

    Hallo Nora,

    wenn ich den Trip andersrum plane und von Ollantaytambo nach Moray und Maras möchte (nach Machu Picchu), nehme ich mir ein Collectivo? Lohnt es sich einen Stopp in Urubamba einzulegen? Eigentlich würde ich auch gerne Chinchero sehen, schaffe ich das in einem Tag ab Ollantaytambo, oder soll ich mir lieber in Ruhe Moray und Maras ansehen und am Abend zurück nach Cusco fahren? Chinchero könnte ich am daruffolgenden Tag ab Cusco besuchen.

    Oder ist es generell einfacher, von Machu Picchu wieder mit dem Zug zurück nach Cusco zu fahren und von dort Tagesauflüge nach Ollantaytambo und Moray/Maras zu machen? Habe gelesen, dass die Touren allerdings nie lange an einem Ort halten.

    Vielen Dank schonmal.
    Liebe Grüße Claudia

    • Nora

      21. Juni 2016 at 10:21 Antworten

      Hi Claudia,

      wenn du die Zeit hast, würde ich tendenziell immer Prioritäten setzen. Zum Beispiel würde ich nur Maras und Moray besichtigen, dafür aber ausreichend Zeit mitbringen, um die Orte auch wirklich zu genießen. Ansonsten kannst du Maras und Moray auch mit Chinchero verbinden, dann würde ich den Tag aber sehr früh gegen spätestens 7 Uhr morgens beginnen. Ab Cusco kommst du mit dem Collectivo nach Chinchero. Von dort nimmst du dann wieder ein Collectivo oder Taxi bis zum Abzweig Maras und Moray. Von Ollantaytambo kannst du auch erstmal nach Chinchero fahren und dann den Rest machen.

      Ich wünsche dir viel Spaß :)

      Saludos,

      Nora

  • André

    14. August 2016 at 19:55 Antworten

    Hallo Nora! Erstmal ein großes Kompliment für deine Seite, die mir bei der Planung meiner Peru-Reise sehr gute Dienste geleistet hat (und immer leistet)! Ich habe vor, Moray und Maras wie von dir beschrieben nacheinander auf eigene Faust zu besichtigen. Wenn das Taxi in Moray auf mich wartet, muss ich mit dem Fahrer ja sicherlich ein Zeit ausmachen, wann ich wieder am Auto bin, um dann weiter nach Maras zu fahren. Wieviel Zeit würdest du also in Moray für die Besichtigung der Terrassen einplanen? Vielen Dank im Voraus und beste Grüße!!

    • Nora

      15. August 2016 at 18:14 Antworten

      Hi Andre,

      ich könnte mir vorstellen, dass dein Taxifahrer einfach auf dich wartet solange wie es braucht. Bin mir nicht sicher, ob man Moray noch bis unten betreten kann, das dauert nämlich seine Zeit, weil es ist größer als es aussieht. Würde sagen zwischen 30 bis 50 Minuten, je nach dem, wie viel Zeit du dort verbringen möchtest :)

      Saludos,

      Nora

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