Die Kinder von Huacarpay

Zum Anfang ein Gedicht.

Capaq Qolla

Der Planet ist sehr traurig,
sehr traurig ist er;
weil die japanischen Kinder,
ihr Zuhause verloren haben.
Notstand in Fukushima,
bedroht das menschliche Leben;
und die Kinder leiden,
sind trostlos und vernachlässigt.
Die Kinder von Huacarpay,
bitten die Erwachsenen,
dass sie das Leid der Kinder,
in Hoffnung verwandeln.
Die Kinder von Huacarpay
vom Projekt Tini „Die Welt in meinen Händen“;
geben ihre volle Zuneigung,
Frieden, Liebe und Hoffnung.

Mitgefühl zeigt keine Grenzen. Ein Ozean trennt die Kinder von Huacarpay in Peru mit den Kindern in Japan, doch sie verbindet dasselbe Schicksal. Naturkatastrophen geschehen auf der ganzen Welt, fast schon alltäglich. In welcher Form auch immer, eins ist stets gleich – am Ende haben viele Menschen ihre Existenz verloren. Zugleich auch die Hoffnung und das Vertrauen, die mit im Strudel der Zerstörung versanken. Im Februar 2010 verloren rund 340 Familien in Huacarpay in Peru ihr Zuhause. Die kleine Gemeinde, gelegen an einer Lagune und umgeben von einer gewaltigen Andenlandschaft, wurde aufgrund von starken Regenfällen komplett überschwemmt. Kaum ein Haus konnte den Wassermassen standhalten, fast alle Tiere mussten sterben und kaum blieb Zeit, irgendetwas zu unternehmen. Mittendrin die Kinder, die ansehen mussten, wie alles Hab und Gut verschwindet, die der Hilflosigkeit ihrer Eltern ausgesetzt waren und die ohne jede Frage, ein Stück ihrer sorglosen Kindheit beraubt worden sind. Für diese Kinder wurde ein Projekt namens Tini „Die Welt in meinen Händen“ gegründet. Das Ziel besteht darin, einen Zufluchtsort für die Kinder zu schaffen, in dem sie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie benötigen. In einer kreativen Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt, sollen sie das Geschehene verarbeiten und neues Vertrauen in die Natur gewinnen. Verschiedenste Projekte wie Tanz, Musik und künstlerisches Gestalten sollen den Kindern helfen, ihre Gefühle zu kommunizieren, um somit angestauten Zorn und Angst zu beseitigen.

Über ein Jahr später befindet sich die Stadt im Wandel. Viele Häuser wurden wieder aufgebaut, so dass einige Familien zurück in die Stadt ziehen konnten. Die ortseigene Schule hat sich in einen magischen Ort verwandelt. Das Schulgelände ähnelt einem lebenden Museum, auf dem die Kinder mit alltäglichen Dingen wie Plastikflaschen, verschiedene abstrakte Kunstwerke geschaffen haben. Aus Kleidungsspenden wurden Taschen gebastelt und Vorhänge genäht. In Schuhen und Rucksäcken wurden Blumen und Sträucher gepflanzt. Wiederverwerten anstelle von Wegschmeißen – solche Werte werden unter anderem in dem Projekt vermittelt.

Die Fotoserie vom 13. Mai 2011 zeigt eine traditionelle Zeremonie, die zu Ehren der heiligen Jungfrau „Virgen Maria von Fatima“ gefeiert wurde. Nach dem Gottesdienst am Vormittag, haben Schüler und Lehrer die heilige Maria unter Gesang und Gebet durch Huacarpay bis zur Schule getragen. Weit entfernt von städtischen Lärm und inmitten der magischen Anden beweisen sich die Gesänge fast schon meditativ. Etwas absurd jedoch, wie weit es der christliche Glaube in die abgelegensten Gebiete und Herzen der Anden gebracht hat und wie sich dieser mit den alten Traditionen der Indigenas vermischt.

In der Schule angekommen, haben die Kinder ein festliches Programm mit traditionellen Tänzen vorgeführt, zu welchem Familie und Freunde eingeladen waren.

photos by Nora Teichert

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