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GRUND 3: Weil Machu Picchu als ein Grund schon reichen dürfte (Leseprobe aus 77 Gründe, nach Peru zu reisen)


Auszug aus meinem neuen E-Book 77 Gründe, nach Peru zu reisen


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GRUND 3

WEIL MACH PICCHU ALS EIN GRUND SCHON REICHEN DÜRFTE

Katy Perrys neustes Instrument ist eine Panflöte. Noch vor dem großen Ansturm klettert die Pop-Sängerin aus den USA hinauf zum Huayna Picchu (Quechua für: “junger Gipfel”), nimmt auf einem Felsen Platz, um den Inka-Göttern mit der Panflöte ein Lied zu spielen – sollte sie es nicht insgeheim für ihre Follower bei Instagram tun. Der Moment ist vollkommen: Nebel steigt aus dem Flusstal empor, Vögel fliegen durch das Bild, wie in Zeitlupe schweben Schleierwolken durch die Lüfte vorbei an tropischen Kordilleren, die ein jahrhundertealtes Geheimnis umgeben. Die Wolken sind der Vorhang für das tägliche Theaterstück, welches in der Reisewelt “Machu Picchu” genannt wird. Es ist die Bühne vieler: Cameron Diaz, Richard Gere, Pharrell Williams, Joachim Gauck –, aber ebenso für dich und für mich – für jeden, der nicht länger nur von Machu Picchu gehört, sondern den Mythos erlebt oder den “Machu Picchu Stempel” in seinem Reisepass haben möchte. Abgerundet wird die Szene durch ein herumstehendes Lama, Nebendarsteller, das in aller Seelenruhe für die Kameras der Touristen posiert.

Machu Picchu macht Globetrotter aus aller Welt zu vorbildlichen Frühaufstehern. Sollte man vor Trubel und Vorfreude überhaupt ein Auge zugetan haben, schlüpft man mitten in der Nacht in sein bewusst gewähltes Machu-Picchu-Outfit, um dem einmaligen Tag die Ehre zu erweisen. Vor Entdeckung Machu Picchus im Jahr 1911 hatte es Aguas Calientes (auf Deutsch: “Heißes Wasser”) am Ufer des Urubambas nicht gegeben, erst mit Erforschung der Ruinen und der Massentauglichkeit von Fernreisen explodierte das kleine Flussidyll in den Nebelwäldern der Ostanden. Chronischer Platzmangel sorgt inzwischen dafür, dass Unterkünfte und Restaurants sich stapeln, bis zu 2000 Tagesbesucher werden durch den kleinen Ort geschleust, ein Anstieg des Flusspegels in den verregneten Monaten November bis März bereitet den Reiseagenturen schon einmal heftige Sorgen, wobei die Regen-Poncho-Verkäufer die garantierten Gewinner des unbeständigen Wetters sind. Alle Gäste – die mit dem Zug von Cusco oder Ollantaytambo angereist sind – eint dasselbe Ziel, es ist die gedankliche Endstation so manch einer Weltreise: Machu Picchu, Quechua für “Alter Gipfel”. In der blühenden Fantasie besucht man das archäologische neue Weltwunder bei Sonnenaufgang und durchquert das Labyrinth aus Granitsteinen im Alleingang – aber die Wahrheit sieht anders aus: Machu Picchu lockt die Massen. Jeden Morgen bilden sich lange Warteschlangen vor den Shuttle-Bussen, welche die Besucher in einer 25-minütigen Fahrt zu den Ruinen bringen. Wer im ersten Bus sitzen möchte, stellt sich besser vor Anbruch der Morgendämmerung an. Bis vor wenigen Jahren ging es deutlich entspannter zu. Wer nicht warten und nebenbei das Geld für den Bus sparen möchte, läuft über endlose Stufen hinauf zum Machu Picchu, die Tore zum Fußweg werden pünktlich um 05:00 Uhr geöffnet. Einfacher haben es die Gäste der Sanctuary Lodge, dem einzigen Hotel oben in Machu Picchu, aber eine Übernachtung in der exklusiven Unterkunft kostet auch so viel wie eine dreiwöchige Low-Budget-Reise durch Peru. Nicht zu vergessen sind die Wanderer vom berühmten Inka-Trail – über den alten Inka-Pfad, den sogenannten “Qhapaq Ñan”, erreichen sie als erste Besucher des Tages das Sonnentor Inti Punku, von dort offenbart sich ihnen bei klarem Wetter das gewaltige Panorama Machu Picchus.

Als UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe ist Machu Picchu ein identitätsstiftendes Wahrzeichen der Peruaner, aber ebenso ist die Stätte ein Krisenherd auf hauchdünnem Glatteis. Die steigende Nachfrage ist ein Segen, Touristen bringen Devisen in das Land, andererseits ist sie ein Fluch, denn das natürliche Gleichgewicht der gefährdeten, fast schon plattgetrampelten Anlage gerät zunehmend außer Kontrolle. Steigende Eintrittspreise, strenge Kontrollen sowie etliche Verbote belegen diese Entwicklung. Essen ist im sakralen Machu Picchu komplett untersagt, eine öffentliche Toilette befindet sich nur außerhalb der Anlage und Trekking-Stöcker sind nur mit Gummi-Noppen erlaubt, da sie sonst die heiligen Steine beschädigen. Sei noch gesagt, dass auch die Freikörperkultur in Machu Picchu schlichtweg verboten ist, spätestens seit der polizeilichen Abführung zweier europäischer Touristen ist das nackte Posieren ein absolutes No-Go. Doch wer sich an die “Spielregeln” hält, erlebt einen ereignisreichen Tag, der seinesgleichen sucht. Machu Picchu ist nicht umsonst eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Lateinamerika, es ist die Verwirklichung einer tausendfach betrachteten Postkarte, endlich kann man selbst in das Bild eintauchen und das Nichtsichtbare für sich entdecken. Unsichtbar für das menschliche Auge sind vor allem die Touristen, die in der Machu-Picchu-Kulisse auf dem Gipfel des Huayna Picchu stehen, dort wo sich auch Miss Katy am Anfang der Geschichte befand. Die großen Inka-Stufen und die unbarmherzige Höhe von 2.430 Metern machen diese einstündige Bergbesteigung zwar zur kleinen Odyssee, aber der irrsinnig schöne Blick über Machu Picchu, die tiefen Täler und die wilden Kordilleren entschädigt für die Strapazen. Es ist ein exklusiver Moment, in dem sich selbst die Massen auflösen. Apropos exklusiv: In Machu Picchu sollte man nichts dem Zufall überlassen, nur 400 Personen dürfen am Tag den Huayna Picchu besteigen, und deswegen gibt es nichts “Heiligeres” als eine simple Vorbuchung.

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77 Gründe, nach Peru zu reisen

NORA TEICHERT

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Welche Vorstellung hast du von Peru? Abgesehen von Machu Picchu, was siehst du noch? Mein neues E-Book „77 Gründe, nach Peru zu reisen“ ist eine humorvolle Hommage an Peru als vielfältiges Reiseland, welches neben seinem Besucherliebling Machu Picchu reichlich mehr zu bieten hat. Wer tiefer in das unbekannte Peru eintauchen oder in Erinnerungen schwelgen möchte, der findet in dieser Lektüre viele kostbare „Aha-Momente“. Es geht um rosa Delfine, mystische Bärenmenschen, Ayahuasca, das eigene Bauchgefühl, Lamas und Alpakas, Radfahren auf 3.700 Metern, Kokablätter und Opfergaben, Surfen im Pazifik, magische Begegnungen, Bahnfahrten durch Perus Altiplano, tosende Wasserfälle – natürlich geht es um Machu Picchu, Cusco und die Inka –, um Ceviche, Chicha und Pisco Sour, um Erkenntnisse in der Ferne und so vieles mehr …

ÜBER DIE AUTORIN

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Hola! Ich bin’s die Nora, das Gesicht hinter Info-Peru.

Ich habe über zwei Jahre bei lokalen Reiseagenturen in Cusco gearbeitet und bin schon viel durch Peru gereist. Für mich bedeutet dieses Land „Vielfalt“. Vielleicht ist es die peruanische Höhenluft, die mich zum Schreiben inspiriert – auf jeden Fall könnte ich mir nichts schöneres vorstellen.

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